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Für eine effiziente Verwaltung virtueller Maschinen reicht eine browserbasierte Ansicht nicht aus. Der vSphere Web-Client eignet sich gut für kurze Standardaufgaben, verfügt aber nicht über die hardwarenahe Integration, die für umfangreiche Verwaltungsarbeiten erforderlich ist. An dieser Stelle kommt VMware Remote Console (VMRC) ins Spiel.
VMRC ist eine eigenständige Desktop-Anwendung, die eine direkte Verbindung zu vSphere-Hosts herstellt und für jede virtuelle Maschine ein eigenes Konsolenfenster öffnet. Im Gegensatz zur webbasierten Konsole können Sie Gastbetriebssystem-Operationen durchführen, Hardwareeinstellungen anpassen und den Status der VM in Echtzeit überwachen.
Egal ob Sie einen Boot-Fehler beheben oder ein Betriebssystem von einer lokalen ISO installieren – VMRC stellt eine stabile, leistungsstarke Verbindung her, auch wenn die virtuelle Maschine keine Netzwerkverbindung hat. Das Tool ist zudem kostenlos und benötigt keinen Lizenzschlüssel. Es sind lediglich gültige Zugangsdaten für Ihre VMware-Umgebung erforderlich.
In dieser Anleitung lernen Sie Folgendes:
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Bevor Sie beginnen, benötigen Sie ein registriertes Konto im Broadcom Support Portal. Die Anwendung ist kostenlos, aber ein Login ist erforderlich, um auf die Installationsdateien zuzugreifen.
Die Windows-Version wird von Administratoren am häufigsten verwendet und bietet den vollständigen Funktionsumfang zur Hardwareverwaltung.


Die Linux-Version wird als .bundle-Datei verteilt und unterstützt sowohl grafische als auch kommandozeilenbasierte Installationsmodi, wodurch sie flexibel für unterschiedliche Umgebungen einsetzbar ist.
sudo su -chmod +x VMware-Remote-Console-Version-Build.x86_64.bundle./VMware-Remote-Console-Version-Build.x86_64.bundle--console hinzu.Die macOS-Version lässt sich am einfachsten einrichten. Sie wird über den Apple App Store verteilt, sodass kein Portal-Login oder manueller Dateidownload erforderlich ist.
Für IT-Teams, die VMRC auf einer großen Anzahl von Arbeitsstationen verteilen, ist eine manuelle Installation unpraktisch. Mithilfe von Kommandozeilenparametern können Sie die Windows-Version im unbeaufsichtigten Modus über Tools wie Microsoft Endpoint Configuration Manager (MECM) installieren.
Verwenden Sie folgenden Befehl:
VMware-Remote-Console-xxxx.exe /s /v"/qn EULAS_AGREED=1"
/s – Startet den äußeren Installer im unbeaufsichtigten Modus/v"/qn" – Übergibt Parameter an das zugrundeliegende MSI-Paket, um jegliche Benutzeroberfläche auszublendenEULAS_AGREED=1 – Akzeptiert automatisch die Endbenutzer-LizenzvereinbarungNach der Installation funktioniert VMRC nicht wie eine herkömmliche Desktop-Anwendung, die Sie über eine Verknüpfung öffnen. Es handelt sich um ein Hilfsprogramm, das von Ihrem Browser gestartet wird, wenn Sie eine Konsolensitzung über den vSphere Client oder den VMware Host Client initiieren.
Über den vSphere Client (vCenter):
Sobald die Verbindung hergestellt ist, klicken Sie in das VM-Fenster, um Maus- und Tastatureingaben an die virtuelle Maschine weiterzugeben. Um die Steuerung wieder an Ihren lokalen Rechner zurückzugeben, drücken Sie Strg+Alt (Windows/Linux) oder Strg+Befehl (macOS).
Sie können auf zwei unterschiedliche Weisen auf eine VM zugreifen – je nach Ihrer Situation.
Eine Verbindung über vCenter bietet zentral verwaltete Berechtigungen und ein einmaliges Login für alle VMs Ihrer Umgebung. Wenn vCenter ausfällt oder gewartet wird, können Sie sich direkt mit einem bestimmten ESXi-Host verbinden, indem Sie dessen IP-Adresse im Browser aufrufen. Dieser direkte Zugriff eignet sich besonders für Notfall-Fehlerbehebungen, wenn die Verwaltungsebene nicht erreichbar ist.
Erfahrene Benutzer können VMRC direkt über das vmrc:// URI-Schema starten. Das ist praktisch, um Verknüpfungen für häufig genutzte VMs zu erstellen oder Automatisierungsskripte zu schreiben. Die Syntax lautet:
vmrc://[Benutzer]@[Host]/?moid=[VM-ID]
Beispiel: vmrc.exe vmrc://root@192.168.1.10/?moid=2
moid ist die Managed Object ID der VM. Sie ermitteln diese, indem Sie auf dem ESXi-Host den Befehl vim-cmd vmsvc/getallvms ausführen, oder über PowerCLI mit: (Get-VM -Name "<VM-Name>").ExtensionData.moref.valueEiner der zentralen Vorteile von VMRC gegenüber der Web-Konsole ist die Umleitung lokaler Geräte.
Einbinden einer lokalen ISO-Datei:
Verbinden eines USB-Geräts:
Sobald das Gerät verbunden ist, erscheint ein Häkchen neben dem Gerätenamen und ein Gerätesymbol in der Taskleiste der VM.
VMRC passt die VM-Anzeige automatisch an, wenn Sie die Größe des Konsolenfensters ändern – dies erfordert jedoch installierte und aktuelle VMware Tools im Gastbetriebssystem.
Einsteiger fühlen sich oft „eingeschlossen“ im VM-Fenster, wenn der Mauszeiger verschwindet oder Tastenkombinationen unerwartet reagieren. Hier finden Sie alle wichtigen Hinweise zur sicheren Navigation in und aus VMRC.
Maus- und Tastaturfokus freigeben
Wenn Sie in das VMRC-Fenster klicken, übernimmt die Anwendung die Steuerung von Maus und Tastatur, sodass alle Eingaben an die virtuelle Maschine weitergeleitet werden.
Vollbildmodus umschalten
Wenn Sie sich im Vollbildmodus befinden und die Menüleiste ausgeblendet ist, kann das Fenster schwer verlassbar erscheinen.
Senden von Strg+Alt+Entf an die VM
Wenn Sie auf Ihrer physischen Tastatur Strg+Alt+Entf drücken, wird das Sicherheitsmenü Ihres Host-Betriebssystems aufgerufen – nicht das der VM. Das ist einer der häufigsten Fehler bei Einsteigern.
Fenster schließen im Vergleich zum Ausschalten der VM
Ein Klick auf das X im VMRC-Fenster schaltet die virtuelle Maschine nicht aus.
Dies ist ein häufiger Punkt der Verwirrung für neue Benutzer – prüfen Sie stets genau, welche Aktion Sie durchführen möchten.
Neben dem grundlegenden Konsolenzugriff bietet VMRC zahlreiche Funktionen, die es zu einem praktischen Werkzeug für die tägliche VM-Verwaltung machen – von der Treiberinstallation über Hardwareänderungen bis hin zur Leistungsanalyse.
VMware Tools ist eine Sammlung von Treibern und Hilfsprogrammen, die die Leistung der VM verbessern und Funktionen wie die Maus-Synchronisation oder automatische Fensteranpassung ermöglichen. Wenn eine Benachrichtigung erscheint, dass Tools fehlen oder veraltet sind, können Sie die Installation direkt über VMRC starten.
Dadurch wird eine virtuelle ISO im Gastbetriebssystem eingebunden. Melden Sie sich anschließend an der VM an und führen Sie den Installer über das virtuelle Laufwerk aus, um den Vorgang abzuschließen.
Im Gegensatz zur standardmäßigen Web-Konsole können Sie mit VMRC die Hardwareeinstellungen der VM öffnen, ohne das Konsolenfenster zu verlassen.
Gehen Sie zu VMRC > Verwalten > Virtuelle Maschineneinstellungen, um die CPU-Zuweisung, den Arbeitsspeicher oder den Speicher anzupassen. Einige Änderungen erfordern das Ausschalten der VM, viele Konfigurationen unterstützen jedoch Hot-Add und können bei laufender VM angewendet werden.
Administratoren, die Veeam ONE zur Überwachung verwenden, können VMRC direkt über die Benutzeroberfläche des Veeam ONE Clients starten. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die gewünschte VM im Inventarbereich und wählen Sie Konsole öffnen.
Innerhalb der Konsole können Sie die Ursachen von VM-Leistungsproblemen ermitteln und Verwaltungsaufgaben wie das Neustarten einer nicht reagierenden VM durchführen. Auf dem Veeam ONE-Server ist keine zusätzliche Software erforderlich; die Funktion unterstützt sowohl Windows- als auch Linux-Gastbetriebssysteme.
Das vmrc:// URI-Schema ermöglicht das direkte Starten einer bestimmten VM-Konsole über die Kommandozeile, Skripte oder Browser-Links. Das ist praktisch, um Desktop-Verknüpfungen für häufig genutzte VMs zu erstellen oder Konsolen-Links in interne Dokumentationen und Helpdesk-Tickets einzubetten.
Die Syntax lautet: vmrc://[Benutzer]@[Host]/?moid=[VM-ID]
Beispiel: Ein erfahrener Administrator kann einem Techniker einen direkten Link senden, der genau die benötigte VM-Konsole öffnet – der Techniker muss sich nicht manuell durch vCenter navigieren.
Die Wahl des passenden Werkzeugs hängt von Ihrer Aufgabe ab. Alle drei Zugriffsmethoden ermöglichen den Zugriff auf eine VM, arbeiten aber auf völlig unterschiedlichen Ebenen.
| Merkmal | VMRC | Web-Konsole (HTML5) | RDP / SSH |
|---|---|---|---|
| Zugriffsebene | Hypervisor-/Hardware-Ebene | Hypervisor-/Hardware-Ebene | Betriebssystem-/Netzwerkebene |
| VM-Netzwerk erforderlich | Nein | Nein | Ja |
| Funktionsfähig bei Betriebssystemabsturz | Ja | Ja | Nein |
| Erforderliche Software | Lokale App-Installation | Nur moderner Browser | In Betriebssystem integrierter Client |
| BIOS-/Boot-Zugriff | Ja | Ja | Nein |
| Lokale ISO-/USB-Einbindung | Ja | Eingeschränkt | Nein |
| Mehrfenster-Unterstützung | Ja | Nein | Ja |
| Leistung | Gut | Mittelmäßig | Sehr gut |
Einsatzszenarien für VMRC
VMRC ist die richtige Wahl für Einrichtung, Wartung und Wiederherstellungsaufgaben. Da es direkt mit dem ESXi-Host kommuniziert, können Sie damit fehlerhafte Netzwerkkonfigurationen reparieren, auf das BIOS zugreifen oder Betriebssysteme von einer lokalen ISO installieren. Es ist die einzige praktikable Lösung, wenn die VM über keine Netzwerkverbindung verfügt.
Einsatzszenarien für die Web-Konsole
Die Web-Konsole eignet sich optimal für kurze Prüfungen, wenn VMRC nicht installiert ist. Es wird lediglich ein Browser benötigt – damit ist es die schnellste Möglichkeit, zu prüfen, ob eine VM beim Booten hängt oder einen einfachen Neustart auszulösen. Bei längeren Arbeiten fühlt sie sich jedoch träge an, und die USB-Umleitung bietet weniger Funktionen als VMRC.
Einsatzszenarien für RDP oder SSH
RDP und SSH sind die passenden Werkzeuge für tägliche Arbeiten innerhalb einer laufenden VM. Sie stellen eine direkte Verbindung zum Gastbetriebssystem her (nicht über den Hypervisor), wodurch eine bessere Leistung, geringere Latenz und eine flüssige Kopieren-Einfügen-Funktion entstehen. Der Nachteil: Wenn die VM die Netzwerkverbindung verliert oder das Betriebssystem abstürzt, wird die Sitzung sofort getrennt.
VMRC bietet Ihnen direkten Zugriff auf Ihre virtuellen Maschinen – aber Zugriff ist kein Schutz. Sie können damit VMs überwachen, Konfigurationsfehler beheben oder Abstürze reparieren. Sobald Sie das Konsolenfenster schließen, läuft jedoch keine Sicherung im Hintergrund.
Wenn die Festplatte einer VM beschädigt, versehentlich gelöscht oder von Ransomware verschlüsselt wird, kann VMRC keine Datenwiederherstellung ermöglichen. Hierfür ist eine dedizierte Sicherungslösung erforderlich.
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VMRC ist ein praktisches Werkzeug, das jeder vSphere-Administrator installieren sollte. Es bietet einen zuverlässigen Konsolenzugriff auf Hypervisor-Ebene – egal ob Sie eine neue VM konfigurieren, einen Boot-Fehler beheben oder Netzwerkprobleme analysieren, durch die RDP nicht erreichbar ist. Da es kostenlos ist und ohne Netzwerkverbindung der VM funktioniert, ist es eine wertvolle Ausweichlösung, wenn andere Zugriffsmethoden ausfallen.
Trotzdem handelt es sich bei VMRC nur um ein Konsolenwerkzeug, kein Schutztool. Für VMs, auf die Sie angewiesen sind, sorgt eine dedizierte Sicherungslösung wie i2Backup von Info2soft dafür, dass der Konsolenzugriff nicht Ihre letzte Verteidigungslinie darstellt. Denn bei schwerwiegenden Störungen benötigen Sie einen sauberen Wiederherstellungspunkt – nicht nur ein Fenster in ein defektes System.