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Von: Emma

Hardware‑Ausfälle und Standortausfälle können auftreten. Wenn die Produktion stoppt, benötigen Sie einen funktionierenden Wiederherstellungsplan. vSphere Replication ist die native, auf dem Hypervisor basierende Engine von VMware für die asynchrone Datensicherung. Da sie auf VM‑Ebene arbeitet, ist sie vollständig speicherunabhängig.

Was ist vSphere Replication

vSphere Replication ist eine vCenter‑Erweiterung, die die E/A‑Vorgänge bestimmter virtueller Maschinen verfolgt. Anstatt gesamte Speichervolumes zu kopieren, fängt sie Datenschreibvorgänge auf Hypervisor‑Ebene ab. Dadurch ergibt sich eine granulare VMware‑VM‑Replikation, bei der Sie genau auswählen, welche Workloads geschützt werden sollen.

Durch die Unabhängigkeit von der Speicherschicht schließt sie die Lücke zwischen herkömmlichen Sicherungen und kostspieliger Hardware‑Spiegelung. Sie erfasst Datenänderungen in Echtzeit und überträgt diese an einen sekundären Standort. Dadurch steht eine aktuelle Kopie für das Einschalten zur Verfügung, falls der Primärstandort ausfällt.How vSphere Replication Works

 

Kernfunktionen und Vorteile von vSphere Replication

vSphere Replication bietet eine flexible Möglichkeit zum Schutz Ihrer Daten, ohne großes Budget oder spezielle Hardware zu benötigen. Hier die zentralen Funktionen:

  • Speicherunabhängige Replikation: Sie sind nicht an eine bestimmte Hardware‑Marke gebunden. Sie können Daten zwischen unterschiedlichen Speichertypen replizieren, zum Beispiel Dateien von einem Hochleistungs‑SAN im Hauptbüro auf ein kostengünstiges NAS am Remotestandort.
  • Flexible Wiederherstellungspunkte (RPO und MPIT): Das Recovery Point Objective (RPO) gibt den maximalen Datenverlust an, den Sie hinnehmen können, gemessen in Zeit. Dieser lässt sich zwischen 5 Minuten und 24 Stunden einstellen. Zusätzlich ermöglicht die Multiple Point‑in‑Time‑Wiederherstellung (MPIT) das Vorhalten mehrerer „Snapshots“ einer virtuellen Maschine. Dies ist hilfreich, wenn Sie vor einem Virus‑ oder Ransomware‑Befall auf einen sauberen Datenstand zurücksetzen müssen.
    Hinweis: Ein RPO von 5 Minuten erfordert eine Hochgeschwindigkeitsnetzverbindung. Bei langsamer Verbindung ist ein höherer RPO (z. B. 1 Stunde) realistischer, um Datenrückstände zu vermeiden.
  • Netzwerkeffizienz: Nach der ersten vollständigen Kopie übermittelt das System nur die geänderten Datenanteile (inkrementelle Replikation). Dadurch wird das Netz nicht überlastet und die VMware‑VM‑Replikation bleibt den ganzen Tag aktuell.
    Tipp: Aktivieren Sie in den Einstellungen die „Netzwerkkomprimierung“, um die Bandbreitennutzung bei Datenübertragungen weiter zu senken.
  • Native Integration: Da das Tool von VMware entwickelt wurde, verwalten Sie alles über dieselbe Oberfläche, die Sie für Ihre täglichen Aufgaben verwenden. Dadurch lässt sich vSphere Replication in Ihrer vorhandenen Umgebung sehr einfach aktivieren.
  • Einfacher Wiederherstellungsprozess: Bei einem Serverausfall müssen Sie diesen nicht manuell neu aufbauen. Lösen Sie einfach die Wiederherstellung in vCenter aus, der Rest wird vom System erledigt – Ihre replizierte VMware‑VM‑Kopie wird gestartet und ist betriebsbereit.

Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung: Installation und Konfiguration von vSphere Replication

Das Einrichten der Replikation muss kein mehrtägiges Projekt sein. Wenn IP‑Adressen und Zugangsdaten vorliegen, können Sie Ihre erste virtuelle Maschine in unter einer Stunde schützen.

Voraussetzungen

Stellen Sie vor dem Start Folgendes sicher:

  • vCenter Server: Sowohl Quell‑ als auch Zielstandort müssen mit vCenter ausgestattet sein.
  • Statische IP‑Adressen: Für jede Replikations‑Appliance wird eine dedizierte IP benötigt.
  • DNS‑Einträge: Vorwärts‑ und Rückwärts‑DNS‑Auflösung für die Appliances sind einzurichten.
  • Port‑Zugriff: Die Ports 8043, 5480 und 31031 (unter anderem) müssen zwischen den Standorten geöffnet sein.

Schritt 1: Installieren der vSphere Replication‑Appliance

Die Installation erfolgt nicht wie bei herkömmlicher Software, sondern durch Bereitstellung einer vorkonfigurierten virtuellen Appliance (OVA).

  1. Melden Sie sich beim vSphere‑Client an.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihren Cluster und wählen Sie OVF‑Vorlage bereitstellen.
  3. Laden Sie die vSphere Replication‑ISO‑ oder OVA‑Datei hoch.
  4. Folgen Sie dem Assistenten: Geben Sie den Namen der Appliance ein, wählen Sie den Speicher aus und tragen Sie die Netzwerkdaten ein (IP‑Adresse, Subnetz, Gateway).
  5. Legen Sie auf der Seite Anpassung ein sicheres Passwort für das Root‑Konto fest.
  6. Klicken Sie auf Fertigstellen und schalten Sie die Appliance nach Abschluss des Vorgangs ein.
Hinweis: Wiederholen Sie diesen Vorgang am sekundären Zielstandort, wenn Sie zwischen zwei unterschiedlichen Standorten replizieren.

Schritt 2: Koppeln von Quell‑ und Zielstandort

Für den Datentransfer zwischen zwei unterschiedlichen vCenter‑Umgebungen müssen diese miteinander verknüpft werden. Bei einer Replikation innerhalb eines einzigen vCenter (z. B. zwischen zwei lokalen Clustern) können Sie diesen Kopplungsschritt überspringen.

  1. Gehen Sie im vSphere‑Client zu Site Recovery > Site Recovery öffnen.
  2. Klicken Sie auf Neue Standortkopplung.
  3. Geben Sie die Adresse des PSC (Platform Services Controller) oder des vCenter des Remotestandorts ein.
  4. Geben Sie die Administrator‑Zugangsdaten ein und akzeptieren Sie die Sicherheitszertifikate.
  5. Nach Abschluss wird der Status als „Verbunden“ angezeigt.

Configure Replication

Schritt 3: Konfigurieren von Replikationsaufträgen

Nachdem die Grundeinrichtung abgeschlossen ist, können Sie vSphere Replication für Ihre gewünschten Workloads aktivieren.

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die zu schützende VM und wählen Sie VM‑Replikation > Replikation konfigurieren.
  2. Wählen Sie den Zielstandort sowie den Replikationsserver aus.
  3. Legen Sie den Ziel‑Datenspeicher fest, auf dem die Kopie abgelegt wird.
  4. Legen Sie Ihren RPO fest. (Beispiel: 1 Stunde bedeutet, dass im Falle eines Absturzes bis zu eine Stunde an Daten verloren gehen können).
  5. (Optional) Aktivieren Sie Point‑in‑Time‑Snapshots (PIT) zum Schutz vor Datenbeschädigungen.
  6. Prüfen Sie die Einstellungen und klicken Sie auf Fertigstellen. Die anfängliche vollständige Synchronisation beginnt umgehend.

Schritt 4: Überwachung und Wartung

Nach der Erstsynchronisation müssen Sie sicherstellen, dass die Daten stets aktuell bleiben.

  • Statusprüfung: Überwachen Sie den Status über den Reiter „Replikation“ in vCenter. Achten Sie auf den Status „OK“.
  • Bandbreitenüberwachung: Treten Fehler vom Typ „RPO‑Verstoß“ auf, ist das Netz in der Regel zu langsam, um mit den Datenänderungen Schritt zu halten.
  • Failover‑Tests durchführen: Führen Sie regelmäßig einen „Test‑Wiederherstellung“ durch, um sicherzustellen, dass die virtuelle Maschine am zweiten Standort hochfährt, ohne die Produktiv‑VM zu beeinträchtigen.

Hochverfügbarkeitslösungen über die native Replikation hinaus

Obwohl vSphere Replication ein wirksames Werkzeug für den Schutz auf VM‑Ebene ist, erfordern einige missionskritische Workloads einen granulareren Ansatz und schnellere Wiederherstellungszeiten.

Für diese Szenarien bietet i2Availability eine Anwendungsebene‑Hochverfügbarkeits‑Verwaltungslösung, die den 24/7‑Betrieb von Unternehmensabläufen sicherstellt.

Kernfunktionen von i2Availability

  • Byte‑genaue Replikation ohne Verzögerung: Durch die Erfassung von Echtzeit‑Schreibvorgängen nähert sich der RPO dem Wert Null an. Die Daten auf der Sicherungsseite sind sofort nutzbar, ohne dass eine Wiederherstellung durchgeführt werden muss.
  • Automatisierte Fehlererkennung und Umschaltung: Über Heartbeat‑Leitungen werden Hardware, Betriebssysteme und spezifische Anwendungen überwacht. Bei bestätigtem Fehler wird eine automatische Umschaltung ausgelöst – inklusive virtueller IP‑Migration, um den Workload auf einen Standby‑Server zu verlagern.
  • Plattform‑ und heterogene Unterstützung: Die Lösung ist sehr flexibel und unterstützt Hochverfügbarkeit für physische Maschinen, VMware‑Umgebungen sowie öffentliche Clouds wie AWS oder Azure (P2V, V2V, V2P usw.). Es ist kein gemeinsam genutzter Speicher erforderlich und funktioniert mit unterschiedlicher Hardware.
  • Sichere und optimierte Datenübertragung: Zum Schutz der Daten und zur Bandbreiteneinsparung nutzt i2Availability Verschlüsselung (AES/SM4), mehrstufige Kompression und intelligente Flusssteuerung. Zudem wird die Fortsetzung der Übertragung ab dem letzten unterbrochenen Punkt unterstützt, um stabile Übertragungen über WAN‑Umgebungen zu gewährleisten.
  • Einheitliche grafische Verwaltung: Administratoren können den Replikationsstatus, den Dienstzustand und Warnungen über eine zentrale Web‑Konsole einsehen. Zudem werden benutzerdefinierte Skripte unterstützt, um den Start komplexer Anwendungen während eines Failovers zu automatisieren.

i2Availability ist eine leistungsstarke Alternative, falls der VM‑bezogene Ansatz von vSphere Replication nicht ausreicht. Es bietet eine höhere Granularität, kürzere Failover‑Zeiten und breitere Plattformunterstützung für missionskritische Anwendungen.

Best Practices für vSphere Replication

Für einen zuverlässigen Notfallwiederherstellungs‑Plan reicht eine erfolgreiche Installation allein nicht aus. Mit diesen Best Practices behalten Sie die Leistung bei und stellen die Datenintegrität im Krisenfall sicher.

  • Optimierung von Netzwerk‑Bandbreite und Segmentierung

    Der Replikationsverkehr kann umfangreich sein. Nutzen Sie nicht Ihr Verwaltungsnetz dafür. Verwenden Sie stattdessen einen dedizierten vSphere‑Replication‑Verkehrstyp auf Ihrem Distributed Switch oder einer Port‑Gruppe.

  • Ausrichtung des RPO an geschäftlichen SLAs

    Der RPO gibt den maximalen Datenverlust an, den Sie im Notfall akzeptieren können. Legen Sie ihn entsprechend Ihren geschäftlichen Anforderungen fest. Verwenden Sie nicht für alle Workloads die gleiche Einstellung, passen Sie diese je nach Aufgabe an.

  • Regelmäßige Failover‑Tests

    Ein Notfallwiederherstellungsplan ist nur eine Theorie, solange er nicht getestet wurde. Nutzen Sie die Funktion „Test‑Wiederherstellung“ in der Oberfläche. Damit wird eine temporäre Kopie der VM am Zielstandort erstellt, ohne den produktiven VMware‑VM‑Replikationsauftrag anzuhalten.

  • Überwachung von Protokollen und Replikationszustand

    Prüfen Sie regelmäßig die Replikationsprotokolle und den Betriebszustand. Dadurch erkennen und beheben Sie kleine Probleme, bevor diese zu großen Störungen werden.

  • Kombination mit VMware Site Recovery Manager (SRM) oder i2Availability

    Wenn Sie hunderte virtuelle Maschinen gleichzeitig wiederherstellen müssen, ist eine manuelle Vorgehensweise riskant. Nutzen Sie vSphere Replication als Daten‑Engine und kombinieren Sie es mit einem Orchestrierungstool wie VMware SRM oder i2Availability, um Startsequenzen, IP‑Adressänderungen und Abhängigkeitszuordnungen zu automatisieren.

Häufig gestellte Fragen zu vSphere Replication

F1: Fallen für vSphere Replication zusätzliche Kosten an?

A: Nein. Es ist in vSphere Essentials Plus und allen höheren Editionen enthalten. Für die Nutzung werden keine zusätzlichen Lizenzen benötigt.

 

F2: Funktioniert vSphere Replication mit jedem Speichertyp?

A: Ja. Es ist nicht an bestimmte Speichermarken oder‑typen gebunden. Es arbeitet mit allen gängigen Speicherlösungen, die im Unternehmen eingesetzt werden.

 

F3: Bremst vSphere Replication den täglichen Betrieb aus?

A: Nein. Es werden nur die geänderten Datenanteile kopiert und nicht jedes Mal die gesamte Datei. Zusätzlich können Sie ein separates Netz für die Replikation verwenden, um Beeinträchtigungen des Tagesbetriebs zu vermeiden.

 

F4: Was passiert bei einem Netzwerkausfall während der Replikation?

A: vSphere Replication pausiert die Übertragung und setzt diese automatisch fort, sobald das Netz wieder verfügbar ist. Bereits kopierte Daten gehen nicht verloren, es werden nur die fehlenden Anteile übertragen.

 

F5: Muss ich vSphere Replication nach der Einrichtung testen?

A: Ja. Regelmäßige Tests (zum Beispiel monatlich) stellen sicher, dass die Lösung im Notfall funktioniert. Dadurch lassen sich Datenverluste bei einem echten Ausfall vermeiden.

 

F6: Kann ich mit vSphere Replication virtuelle Maschinen zwischen zwei Standorten migrieren?

A: Ja. Es ist eine einfache Möglichkeit, VMs zwischen unterschiedlichen Standorten zu verschieben, ohne den Geschäftsbetrieb anzuhalten. Zuerst werden die VM‑Daten an den neuen Standort kopiert, danach erfolgt die reibungslose Umschaltung.

 

F7: Was ist der RPO und wie stelle ich ihn ein?

A: Der RPO ist der maximale Datenverlust, den Sie bei einem Fehler hinnehmen können. Er lässt sich zwischen 5 Minuten und 24 Stunden einstellen und sollte an die Wichtigkeit der jeweiligen Aufgabe angepasst werden (z. B. kürzerer RPO für kritische Workloads).

Zusammenfassung

vSphere Replication ist eine effektive Lösung zum Aufbau von Standort‑Ausfallsicherheit ohne Kosten für spezielle Hardware. Es übernimmt den aufwändigen Datentransfer und gibt Ihnen die Flexibilität, genau auszuwählen, welche Workloads geschützt werden sollen.

Für Standard‑Notfallwiederherstellungen reichen die nativen Werkzeuge oft aus. Bei missionskritischen Datenbanken oder Anwendungen, die einen nahezu Null‑RPO und Sekunden‑schnelle Wiederherstellung erfordern, bietet i2Availability den tiefergehenden Byte‑genauen Schutz, den diese Systeme benötigen.

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