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Von: Dylan

Wenn Sie VMware vSphere‑Cluster verwalten, wissen Sie, dass eine ungleichmäßige Ressourcenzuweisung zwischen ESXi‑Hosts zu Leistungseinbußen bei virtuellen Maschinen, verschwendeter Hardwarekapazität und ständigen manuellen Eingriffen führt.

Um dieses Problem zu lösen, suchen viele IT‑Administratoren nach den Schritten zur VMware‑DRS‑Konfiguration – der Einrichtung des Distributed Resource Scheduler, einer zentralen vSphere‑Funktion, die Lastverteilung, Live‑Migration virtueller Maschinen und proaktives Ressourcenmanagement für ESXi‑Cluster automatisiert.

In dieser Anleitung führen wir Sie Schritt für Schritt durch die VMware‑DRS‑Konfiguration. Wir behandeln alle Voraussetzungen, zentralen Einstellungen, Affinitätsregeln, Distributed Power Management (DPM) sowie die Validierung nach der Konfiguration, um Ihre vSphere‑Umgebung hinsichtlich Leistung und Effizienz zu optimieren.

Diese Anleitung ist vollständig kompatibel mit vSphere 7, vSphere 8 und den aktuellen vSphere‑Versionen.

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Was ist VMware DRS und warum ist es wichtig?

VMware DRS (Distributed Resource Scheduler) ist eine Cluster‑Funktion zur Optimierung der CPU‑ und Speicherauslastung zwischen ESXi‑Hosts innerhalb eines vSphere‑Clusters. Im Kern sorgt DRS dafür, dass jede virtuelle Maschine über die benötigten Rechenressourcen für eine optimale Anwendungsleistung verfügt, indem überlastete und ungenutzte Hosts ausgeglichen werden. Es nutzt VMware vMotion für die unterbrechungsfreie VM‑Migration und verschiebt virtuelle Maschinen von überlasteten Hosts auf solche mit freien Ressourcen – ohne Beeinträchtigung von Endbenutzern oder Workloads.

Über die grundlegende Lastverteilung hinaus bietet VMware DRS eine Reihe wichtiger Funktionen, die das Cluster‑Management deutlich vereinfachen:

  • Proaktives Ressourcenmanagement: Echtzeit‑Überwachung der Ressourcennutzung von Hosts und virtuellen Maschinen, um vor Leistungsproblemen einzugreifen.
  • Affinitäts‑ und Anti‑Affinitätsregeln: Steuern der Platzierung virtueller Maschinen, um kritische Workloads gemeinsam auszuführen oder redundante virtuelle Maschinen für eine hohe Verfügbarkeit voneinander zu trennen.
  • Predictive DRS: (Erfordert vRealize Operations Manager) Prognostiziert zukünftige Ressourcenkonflikte und migriert virtuelle Maschinen im Voraus, um Engpässe zu vermeiden.
  • Distributed Power Management (DPM): Senkt Energiekosten, indem wenig genutzte ESXi‑Hosts in den Standby‑Modus versetzt und bei Bedarf wieder aktiviert werden.
  • CPU‑Überbelegungssteuerung: Ermöglicht das Festlegen sicherer vCPU‑zu‑pCPU‑Verhältnisse zum Ausgleich von Ressourcennutzung und Leistung für verschiedene Workload‑Ebenen.
  • Skalierbare Ressourcenpools: Zuweisung von Ressourcen nach geschäftlichen Prioritäten, sodass hochpriorisierte virtuelle Maschinen zuerst Zugriff auf Ressourcen erhalten.

Für Unternehmen bedeutet eine korrekte VMware‑DRS‑Konfiguration eine verbesserte Leistung virtueller Maschinen, weniger Ausfallzeiten, niedrigere Energiekosten, vereinfachte Cluster‑Wartung und einen maximalen ROI für die Virtualisierungshardware. Eine Gruppe von ESXi‑Hosts wird zu einem flexiblen Ressourcenpool, der sich an wechselnde Workload‑Anforderungen anpasst.

Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung zur Konfiguration von VMware DRS

Voraussetzungen

DRS ist auf zentrale vSphere‑Funktionen und eine konsistente Cluster‑Konfiguration angewiesen. Das Überspringen dieser Voraussetzungen führt zu fehlgeschlagenen Konfigurationen oder schlechter DRS‑Leistung. Überprüfen Sie vor der Einrichtung von DRS, ob Ihr Cluster diese zwingenden Anforderungen erfüllt:

  1. Gemeinsamer Speicher: Alle ESXi‑Hosts im Cluster müssen auf denselben gemeinsam genutzten Speicher (z. B. SAN, NAS, vSAN) zugreifen können, um VM‑Dateien abzulegen – dies ist zwingend erforderlich für vMotion und DRS.
  2. CPU‑Kompatibilität: Aktivieren Sie Enhanced vMotion Compatibility (EVC), damit alle Hosts über gleiche CPU‑Befehlssätze verfügen. DRS nutzt vMotion für VM‑Migrationen; inkompatible CPUs blockieren Migrationen.
  3. vMotion‑Netzwerkeinrichtung: Jeder ESXi‑Host im Cluster muss Teil eines dedizierten vMotion‑Netzwerks mit ausreichender Bandbreite (empfohlen 10 Gbit/s) sein, um nahtlose Live‑Migrationen zu ermöglichen.
  4. Gültige vSphere‑Lizenz: DRS ist nur mit vSphere Enterprise‑ oder Enterprise‑Plus‑Lizenzen verfügbar; Standard‑Lizenzen enthalten keine DRS‑Funktionalität.
  5. vCenter Server: DRS wird ausschließlich über den vSphere‑Client (Web‑Oberfläche) mittels vCenter Server verwaltet; eigenständige ESXi‑Hosts unterstützen keine DRS‑Cluster.
  6. Host‑Konsistenz: Für eine optimale Leistung verwenden Sie ESXi‑Hosts mit vergleichbarer Hardware‑Ausstattung (CPU, Speicher, Netzwerk) im selben DRS‑Cluster.

Führen Sie diese Vorprüfungen zuerst durch, um spätere Konfigurationsfehler, fehlgeschlagene Migrationen oder eingeschränkte DRS‑Funktionen zu vermeiden.

VMware‑DRS‑Konfiguration Schritt für Schritt

Wenn Ihr Cluster alle Voraussetzungen erfüllt, können Sie mit der schrittweisen VMware‑DRS‑Konfiguration beginnen. Alle Einstellungen erfolgen über den vSphere‑Client (Webbrowser), die Standard‑Oberfläche für vSphere 7, vSphere 8 und neuere Versionen. Zuerst aktivieren wir DRS und gehen dann die zentralen Konfigurationsregisterkarten und Einstellungen durch.

Schritt 1. Öffnen Sie einen Webbrowser und melden Sie sich mit Ihren Administrator‑Anmeldeinformationen für vCenter Server beim vSphere‑Client an.

Schritt 2. Wählen Sie im linken Navigationsbereich die Ansicht „Hosts und Cluster“ (das Cluster‑Symbol). Suchen und wählen Sie das Ziel‑vSphere‑Cluster aus, für das Sie DRS konfigurieren möchten.

Schritt 3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den ausgewählten Clusternamen in der Ansicht „Hosts und Cluster“. Wählen Sie im Dropdown‑Menü „Einstellungen“, um das Cluster‑Konfigurationsmenü zu öffnen.

Schritt 4. Wechseln Sie im Cluster‑Fenster zur Registerkarte „Konfigurieren“ (obere Navigationsleiste).

Schritt 5. Scrollen Sie im mittleren Bereich zum Abschnitt „Dienste“ und wählen Sie „vSphere DRS“. Klicken Sie auf die Schaltfläche „BEARBEITEN“ (oben rechts), um den DRS‑Konfigurationsassistenten zu öffnen – DRS ist standardmäßig für alle neuen Cluster deaktiviert.

vsphere drs configuration edit

Schritt 6. Im Assistenten „Clustereinstellungen bearbeiten“ sehen Sie oben im Fenster einen einfachen Umschalter für vSphere DRS. Schalten Sie den Umschalter auf „Ein“, um DRS für das Cluster zu aktivieren.

enable vSphere DRS

Nach der Aktivierung stehen vier zentrale Konfigurationsregisterkarten zur Verfügung, die die Grundlage Ihrer VMware‑DRS‑Konfiguration bilden:

  • Automatisierung: Festlegen der DRS‑Automatisierungsstufen und Migrationsschwellenwerte (die wichtigste Registerkarte).
  • Zusätzliche Optionen: Konfiguration der VM‑Verteilung, der CPU‑Überbelegung und skalierbarer Anteile.
  • Energieverwaltung: Aktivieren und Konfigurieren von Distributed Power Management (DPM) zur Energieeinsparung.
  • Erweiterte Optionen: Feinabstimmung von DRS über benutzerdefinierte Konfigurationsparameter (für fortgeschrittene Administratoren).

Im folgenden Abschnitt werden wir jede Registerkarte detailliert erläutern, damit Sie DRS passend zu Ihren Workload‑Anforderungen einrichten.

Konfigurieren der zentralen VMware‑DRS‑Einstellungen

Über die vier Registerkarten im DRS‑Assistenten können Sie alle Aspekte der Cluster‑Verwaltung durch DRS anpassen. Dies ist der Kern der VMware‑DRS‑Konfiguration – jede Einstellung beeinflusst direkt, wie DRS Lasten ausgleicht, virtuelle Maschinen migriert und Ressourcen zuweist. Unten finden Sie eine detaillierte Beschreibung jeder Registerkarte sowie die optimalen Einstellungen für die meisten Umgebungen.

Registerkarte „Automatisierung“ (entscheidend für die DRS‑Funktionsweise)

Auf der Registerkarte „Automatisierung“ legen Sie fest, welche Steuerung DRS über die Platzierung und Migration virtueller Maschinen erhält. Hier definieren Sie die „Automatisierungsstufe“ für Ihr Cluster. Sie enthält vier zentrale Einstellungen:

1. Automatisierungsstufe: Wählen Sie eine von drei Optionen zur Festlegung der DRS‑Autonomie:

  • Vollständig automatisiert: DRS platziert virtuelle Maschinen beim Einschalten automatisch auf Hosts und migriert diese automatisch zum Lastausgleich. Geeignet für die meisten Produktions‑ und dynamischen Umgebungen – manueller Eingriff entfällt.
  • Teilweise automatisiert: DRS platziert neue virtuelle Maschinen automatisch, erzeugt aber nur Migrationsempfehlungen für den Lastausgleich (diese müssen manuell angewendet werden). Geeignet für Umgebungen, in denen Administratoren alle VM‑Migrationen genehmigen möchten.
  • Manuell: DRS erzeugt Empfehlungen sowohl für die Platzierung als auch für die Migration virtueller Maschinen – alle Aktionen müssen manuell ausgeführt werden. Am besten für Test‑/Entwicklungs‑Cluster oder stark regulierte Umgebungen.

2. Migrationsschwellenwert: Ein Schieberegler mit fünf Stufen (von konservativ bis aggressiv), der festlegt, wie DRS auf Ressourcenungleichgewichte reagiert:

  • Konservativ (links): DRS migriert virtuelle Maschinen nur bei kritischen Problemen (z. B. Host‑Wartungsmodus, starke Überlastung). Minimiert den vMotion‑Datenverkehr – geeignet für stabile Workloads.
  • Standard (Mitte): Ausgleich zwischen vMotion‑Datenverkehr und Lastverteilung – die optimale Einstellung für 90 % aller Umgebungen. DRS erzeugt Empfehlungen bei mäßigen Ungleichgewichten und migriert virtuelle Maschinen bei schwerwiegenden Problemen.
  • Aggressiv (rechts): DRS migriert virtuelle Maschinen bereits bei geringfügigen Ressourcenungleichgewichten, um die Auslastung zu maximieren. Verursacht häufige vMotion‑Vorgänge – nur für sprunghafte, dynamische Workloads (z. B. cloudnative Umgebungen) verwenden.

3. Predictive DRS: Aktivieren Sie diesen Umschalter, um über das maschinelle Lernen von vRealize Operations Manager Ressourcenkonflikte vorauszusagen und virtuelle Maschinen vor dem Auftreten von Engpässen zu migrieren. Wichtig für Umgebungen mit vorhersehbaren Workload‑Spitzen (z. B. CPU‑Spitzen bei Geschäftsanwendungen zwischen 9 und 10 Uhr).

4. Automatisierung virtueller Maschinen: Aktivieren Sie dieses Kontrollkästchen, um individuelle DRS‑Automatisierungseinstellungen für einzelne virtuelle Maschinen festzulegen (Überschreibung der globalen Cluster‑Einstellungen). Diese Überschreibungen können Sie später über „Cluster“ > „Konfigurieren“ > „VM‑Überschreibungen“ einrichten.

Registerkarte „Zusätzliche Optionen“

Diese Registerkarte optimiert die Ressourcenverteilung und Prioritäten, sodass DRS Ressourcen entsprechend Ihren geschäftlichen und Workload‑Anforderungen zuweist:

1. VM‑Verteilung: Aktivieren Sie diese Option, um eine gleichmäßige Platzierung virtueller Maschinen auf den ESXi‑Hosts zu erzwingen. Verbessert die Cluster‑Verfügbarkeit und reduziert unnötige vMotion‑Migrationen – kombinieren Sie dies mit dem Standard‑Migrationsschwellenwert für beste Ergebnisse.

2. CPU‑Überbelegung: Legen Sie das maximal sichere vCPU‑zu‑pCPU‑Verhältnis für Ihr Cluster fest (DRS migriert virtuelle Maschinen, wenn dieses Verhältnis überschritten wird). Beachten Sie diese Branchenrichtwerte für verschiedene Workload‑Ebenen:

  • Missionskritische Anwendungen (z. B. Datenbanken, ERP‑Systeme): 1:1 (keine Überbelegung)
  • Geschäftskritische Anwendungen (z. B. CRM, Webserver): 3:1
  • Unterstützende Anwendungen (z. B. Dateiserver, Druckserver): 5:1
  • Virtuelle Desktops (VDI): 10:1

3. Skalierbare Anteile: Aktivieren Sie diese Option, um Probleme mit den Prioritäten von Ressourcenpools zu beheben. Dadurch erhalten hochpriorisierte virtuelle Maschinen bzw. Ressourcenpools vor niedrigpriorisierten Einheiten Zugriff auf CPU‑Ressourcen. Das Problem, dass niedrig‑ und hochpriorisierte virtuelle Maschinen um dieselben Ressourcen konkurrieren, wird beseitigt.

Registerkarte „Energieverwaltung“ (Distributed Power Management / DPM)

Auf dieser Registerkarte konfigurieren Sie DPM, die DRS‑Funktion zur Senkung der Energiekosten durch die Verwaltung der Energiezustände von ESXi‑Hosts:

1. DPM aktivieren: Schalten Sie den Umschalter auf „Ein“, um DPM zu aktivieren (standardmäßig deaktiviert für eine optimale Leistung). DPM migriert virtuelle Maschinen von wenig genutzten Hosts auf andere Cluster‑Hosts und versetzt die wenig genutzten Hosts anschließend in den Standby‑Modus (Wake‑on‑LAN wird zum erneuten Einschalten verwendet).

2. DPM‑Automatisierungsstufe: Wählen Sie eine von drei Optionen:

  • Aus: DPM ist deaktiviert (Standard).
  • Manuell: DPM erzeugt Ein‑/Ausschalt‑Empfehlungen – diese müssen manuell angewendet werden.
  • Automatisch: DPM schaltet Hosts je nach Cluster‑Ressourcenbedarf automatisch ein und aus (geeignet für entfernte oder unbemannte Rechenzentren).

3. DPM‑Schwellenwert: Ein Schieberegler mit fünf Stufen (konservativ bis aggressiv), der festlegt, wann DPM Hosts ausschaltet. Die mittlere Standardposition ist für die meisten Umgebungen optimal – sie gleicht Energieeinsparungen und die Reaktionsfähigkeit des Clusters aus.

Hinweis: Für die Nutzung von DPM muss Wake‑on‑LAN im BIOS aller ESXi‑Hosts des Clusters aktiviert sein, und die Netzwerkadapter müssen WOL unterstützen.

Registerkarte „Erweiterte Optionen“

Diese Registerkarte ist für fortgeschrittene VMware‑Administratoren gedacht, die DRS über benutzerdefinierte Konfigurationsparameter feinabstimmen möchten. Sie können Schlüssel‑Wert‑Paare hinzufügen, um das DRS‑Verhalten anzupassen, zum Beispiel:

  • MaxVcpusPerClusterPct: Legt das maximale vCPU‑zu‑pCPU‑Verhältnis auf Clusterebene fest (100 = 1:1, 300 = 3:1 usw.).
  • HostsMinUptimeSecs: Definiert die minimale Betriebszeit von ESXi‑Hosts, bevor DPM diese für das Ausschalten berücksichtigt (vermeidet häufiges Ein‑ und Ausschalten von Hosts).
  • das.ignoreInsufficientHbDatastore: Überspringt Heartbeat‑Datenspeicher‑Prüfungen für DRS (nur für spezielle Fehlerbehebungs‑Szenarien verwenden).

Ändern Sie erweiterte Einstellungen nur, wenn Sie deren Auswirkungen genau verstehen – falsche Werte können die DRS‑Funktionalität beeinträchtigen.

Konfigurieren von VMware‑DRS‑Affinitäts‑ und Anti‑Affinitätsregeln

Affinitäts‑ und Anti‑Affinitätsregeln (auch als VM‑/Host‑Regeln bezeichnet) erlauben Ihnen die Steuerung der Platzierung virtueller Maschinen auf ESXi‑Hosts. Sie überschreiben das Standard‑DRS‑Verhalten, um sicherzustellen, dass kritische Workloads auf bestimmten Hosts ausgeführt werden (oder nicht ausgeführt werden). Dies ist ein wichtiger Teil der fortgeschrittenen VMware‑DRS‑Konfiguration und unerlässlich für hohe Verfügbarkeit, Lizenzkonformität und Workload‑Leistung.

DRS unterstützt vier Typen von Affinitäts‑ bzw. Anti‑Affinitätsregeln:

  1. Virtuelle Maschinen zusammenhalten: Erzwingt, dass ausgewählte virtuelle Maschinen auf demselben ESXi‑Host ausgeführt werden (geeignet für voneinander abhängige virtuelle Maschinen, z. B. Anwendungs‑ und Datenbank‑VMs).
  2. Virtuelle Maschinen trennen: Erzwingt, dass ausgewählte virtuelle Maschinen auf unterschiedlichen ESXi‑Hosts ausgeführt werden (geeignet für redundante virtuelle Maschinen, z. B. Domänencontroller, SQL‑Replikate).
  3. Virtuelle Maschinen zu Hosts: Erzwingt, dass eine VM‑Gruppe auf einer bestimmten Host‑Gruppe ausgeführt wird (geeignet für missionskritische virtuelle Maschinen auf dedizierter Hardware).
  4. Virtuelle Maschinen zu virtuellen Maschinen: Fortgeschrittene Regel für die Platzierung von VM zu VM (in Verbindung mit VM‑Gruppen verwenden).

Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung zum Erstellen von Affinitäts‑/Anti‑Affinitätsregeln

  1. Wählen Sie im vSphere‑Client Ihr DRS‑Cluster aus und wechseln Sie zur Registerkarte „Konfigurieren“.
  2. Scrollen Sie im mittleren Bereich zum Abschnitt „Konfiguration“ und wählen Sie „VM‑/Host‑Regeln“.
  3. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Hinzufügen“ (oben rechts), um den Assistenten zum Erstellen von VM‑/Host‑Regeln zu öffnen.
  4. Geben Sie einen aussagekräftigen Regelnamen ein (z. B. „Anwendungs‑DB‑VMs zusammenhalten“) und stellen Sie sicher, dass das Kontrollkästchen „Regel aktivieren“ markiert ist.
  5. Wählen Sie im Dropdown‑Feld „Typ“ den gewünschten Regeltyp aus (z. B. „Virtuelle Maschinen zusammenhalten“).
  6. Klicken Sie auf „Hinzufügen“, um die virtuellen Maschinen bzw. Hosts für die Regel auszuwählen (verwenden Sie die Kontrollkästchen zur Mehrfachauswahl).
  7. Klicken Sie auf „OK“, um die Regel zu speichern – DRS wendet diese umgehend auf das Cluster an.

Erstellen von VM‑/Host‑Gruppen (für fortgeschrittene Regeln)

Für den Regeltyp „Virtuelle Maschinen zu Hosts“ müssen Sie zuerst VM‑Gruppen und Host‑Gruppen erstellen (Sammlungen von virtuellen Maschinen bzw. Hosts für die Regelverwaltung):

  1. Wählen Sie auf der Registerkarte „Konfigurieren“ des Clusters unter „Konfiguration“ den Eintrag „VM‑/Host‑Gruppen“ aus.
  2. Klicken Sie auf „Hinzufügen“, um den Assistenten zum Erstellen von VM‑/Host‑Gruppen zu öffnen.
  3. Geben Sie einen Gruppennamen ein und wählen Sie über das Dropdown‑Feld den Typ (VM‑Gruppe oder Host‑Gruppe) aus.
  4. Klicken Sie auf „Hinzufügen“, um die virtuellen Maschinen bzw. ESXi‑Hosts zur Gruppe hinzuzufügen.
  5. Klicken Sie auf „OK“, um die Gruppe zu speichern – Sie können diese nun in VM‑/Host‑Regeln verwenden.

Tipp: Verwenden Sie Affinitätsregeln sparsam. Zu viele Regeln schränken die Flexibilität von DRS ein und können einen effektiven Lastausgleich verhindern.

Nach der Konfiguration: Überprüfen von VMware DRS und Prüfen des DRS‑Scores

Nach Abschluss der VMware‑DRS‑Konfiguration ist eine Validierung unerlässlich, um sicherzustellen, dass DRS wie vorgesehen arbeitet und Ihr Cluster optimiert ist. Die einfachste Möglichkeit zur Validierung ist die Prüfung des DRS‑Scores – einer Echtzeit‑Metrik, die den Cluster‑Zustand und die Ressourcenzuweisung misst.

So prüfen Sie den DRS‑Score

  1. Wählen Sie im vSphere‑Client Ihr DRS‑Cluster aus und wechseln Sie zur Registerkarte „Zusammenfassung“.
  2. Scrollen Sie zum Bereich „vSphere DRS“ – dort sehen Sie den Cluster‑DRS‑Score (ein Prozentsatz, der jede Minute aktualisiert wird).
  3. Der Score ist unterteilt in VM‑DRS‑Score‑Bereiche (0–20 %, 20–40 %, 40–60 %, 60–80 %, 80–100 %), um anzuzeigen, wie viele virtuelle Maschinen unter Ressourcenkonflikten leiden.

Referenzwerte für den DRS‑Score

  • 80–100 % (Optimal): Keine Ressourcenkonflikte – DRS gleicht Lasten perfekt aus, alle virtuellen Maschinen verfügen über ausreichende Ressourcen.
  • 60–80 % (Warnung): Geringfügiges Ressourcenungleichgewicht – DRS erzeugt Migrationsempfehlungen zur Behebung des Problems.
  • < 60 % (Kritisch): Schwerwiegende Ressourcenkonflikte – DRS migriert virtuelle Maschinen (oder erzeugt Empfehlungen), um Überlastungen zu beseitigen und Leistungseinbußen zu verhindern.

Der DRS‑Score in vSphere 7+ und vSphere 8 wurde erweitert und berücksichtigt nun VM‑Migrationskosten (z. B. schmutzige Speicherseiten, die vMotion verlangsamen) sowie Workload‑Typen (CPU‑, Speicher‑, Netzwerklast). Dadurch ist er eine genauere Messgröße für den Cluster‑Zustand als in älteren Versionen. Sie können zudem die DRS‑Migrations‑ und Energieverwaltungs‑Empfehlungen im Bereich „vSphere DRS“ der Registerkarte „Zusammenfassung“ einsehen.

Best Practices für die VMware‑DRS‑Konfiguration

Um das volle Potenzial Ihrer VMware‑DRS‑Konfiguration auszuschöpfen und eine langfristige Cluster‑Leistung sicherzustellen, befolgen Sie diese praktischen Best Practices für Produktions‑ und Unternehmensumgebungen:

1. Behalten Sie den Standard‑Migrationsschwellenwert bei: Die mittlere Position gleicht vMotion‑Datenverkehr und Lastverteilung aus. Passen Sie diesen nur für sprunghafte oder stabile Workloads an.

2. Legen Sie CPU‑Überbelegungsverhältnisse je nach Workload‑Ebene fest: Vermeiden Sie eine Überbelegung missionskritischer virtueller Maschinen (Verhältnis 1:1), um Leistungseinbußen auszuschließen.

3. Verwenden Sie Affinitätsregeln sparsam: Zu viele Regeln schränken die DRS‑Flexibilität ein. Erstellen Sie Regeln nur für kritische Workloads (z. B. Paare aus Anwendungs‑ und Datenbank‑VM).

4. Aktivieren Sie Predictive DRS für dynamische Workloads: Wenn Sie vRealize Operations Manager einsetzen, beseitigt Predictive DRS Ressourcenengpässe, bevor diese auftreten.

5. Deaktivieren Sie DPM für Latenz‑sensitive Cluster: DPM kann beim Einschalten von Hosts geringe Latenzen verursachen. Priorisieren Sie in missionskritischen Umgebungen die Leistung vor Energieeinsparungen.

6. Prüfen Sie den DRS‑Score wöchentlich: Überprüfen Sie den Score, um aufkommende Ressourcenprobleme zu erkennen und die DRS‑Einstellungen bei sich ändernden Workloads (z. B. neuen VM‑Bereitstellungen) anzupassen.

7. Verwenden Sie VM‑Überschreibungen nur für einzelne virtuelle Maschinen: Vermeiden Sie Überschreibungen der globalen DRS‑Einstellungen für die meisten virtuellen Maschinen – dies mindert die DRS‑Effizienz.

8. Sorgen Sie für Cluster‑Konsistenz: Fügen Sie dem DRS‑Cluster ESXi‑Hosts mit vergleichbarer Hardware hinzu. Gemischte Hardware kann zu einer ungleichmäßigen Ressourcenzuweisung führen.

9. Kombinieren Sie DRS mit vSphere HA: Verbinden Sie DRS (Lastverteilung) mit vSphere High Availability (Fehlertoleranz), um ein vollständig widerstandsfähiges Cluster zu erhalten, das sowohl Lastungleichgewichte als auch Host‑Ausfälle bewältigt.

10. Überwachen Sie den vMotion‑Datenverkehr: Stellen Sie sicher, dass Ihr vMotion‑Netzwerk über ausreichend Bandbreite verfügt (empfohlen 10 Gbit/s), um langsame oder fehlgeschlagene VM‑Migrationen zu vermeiden.

Fehlerbehebung bei häufigen VMware‑DRS‑Konfigurationsproblemen

Auch bei einer korrekten VMware‑DRS‑Konfiguration können Administratoren auf typische Probleme stoßen, die die DRS‑Leistung beeinträchtigen. Unten finden Sie die häufigsten Probleme sowie praktische Lösungen:

1. DRS erzeugt keine Migrationsempfehlungen: Prüfen Sie den Migrationsschwellenwert (er könnte zu konservativ eingestellt sein) oder stellen Sie sicher, dass keine Affinitätsregeln Migrationen blockieren. Überprüfen Sie zudem, ob vMotion auf allen Hosts aktiviert ist.

2. VM‑Migrationen schlagen fehl: Überprüfen Sie den Zugriff auf den gemeinsam genutzten Speicher (alle Hosts müssen auf dieselben VM‑Dateien zugreifen), prüfen Sie die CPU‑EVC‑Kompatibilität und stellen Sie sicher, dass das vMotion‑Netzwerk funktioniert (keine Firewall‑Blockaden oder Bandbreitenprobleme).

3. Niedriger DRS‑Score (< 60 %): Identifizieren Sie überlastete ESXi‑Hosts und prüfen Sie auf eine ungleichmäßige VM‑Verteilung. Aktivieren Sie die VM‑Verteilung, um Platzierungsprobleme zu beheben. Prüfen Sie zudem die Zuweisungen der Ressourcenpools, um sicherzustellen, dass hochpriorisierte virtuelle Maschinen über ausreichende Ressourcen verfügen.

4. DPM schaltet Hosts nicht aus: Stellen Sie sicher, dass Wake‑on‑LAN im BIOS der ESXi‑Hosts aktiviert ist und die Netzwerkadapter WOL unterstützen. Prüfen Sie zudem den DPM‑Schwellenwert (er könnte konservativ eingestellt sein) und vergewissern Sie sich, dass keine Affinitätsregeln Hosts aktiv halten.

5. Affinitätsregeln werden nicht angewendet: Stellen Sie sicher, dass die Regel aktiviert ist (Kontrollkästchen markiert) und dass die VM‑/Host‑Gruppen korrekt konfiguriert sind (keine fehlenden Objekte). Achten Sie zudem auf sich widersprechende Regeln (z. B. eine Regel „VMs zusammenhalten“ und eine Regel „VMs trennen“ für dieselben virtuellen Maschinen).

6. DRS ignoriert die CPU‑Überbelegungseinstellungen: Überprüfen Sie, ob der erweiterte Parameter MaxVcpusPerClusterPct korrekt gesetzt ist und ob keine VM‑Überschreibungen die Cluster‑Einstellungen umgehen.

Zusammenfassung

Die VMware‑DRS‑Konfiguration ist nicht nur eine technische Aufgabe – sie ist der Schlüssel, um Ihr vSphere‑Cluster in einen flexiblen, selbstoptimierenden Ressourcenpool zu verwandeln, der sich an wechselnde Workload‑Anforderungen anpasst. Mit dieser Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung haben Sie gelernt, DRS zu aktivieren, zentrale Automatisierungs‑ und Ressourceneinstellungen zu konfigurieren, Affinitäts‑ und Anti‑Affinitätsregeln zu erstellen, Ihre Konfiguration mithilfe des DRS‑Scores zu validieren und häufige Probleme zu beheben. Bei korrekter Einrichtung beseitigt VMware DRS manuelle Lastverteilung, verbessert die Leistung virtueller Maschinen, senkt Energiekosten und maximiert den ROI Ihrer Virtualisierungshardware.

Der letzte Schritt für eine vollständig widerstandsfähige vSphere‑Umgebung ist die Kombination der DRS‑Konfiguration mit vSphere HA. Diese Kombination bietet sowohl Lastverteilung als auch Fehlertoleranz und stellt sicher, dass Ihr Cluster sowohl Ressourcenungleichgewichte als auch Host‑Ausfälle bewältigt. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre DRS‑Einstellungen und den DRS‑Score bei sich ändernden Workloads – so bleibt Ihr vSphere‑Cluster über Jahre hinweg auf Höchstleistung. Wenden Sie noch heute die Best Practices aus dieser Anleitung an und beenden Sie dauerhaft das Problem überlasteter ESXi‑Hosts und verschwendeter Virtualisierungsressourcen.

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