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Wenn Sie schon einmal einen VMware-Snapshot über den vSphere-Client erstellt haben, ist Ihnen wahrscheinlich das kleine Kontrollkästchen „Gastdateisystem beruhigen“ aufgefallen. Wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihre VM-Sicherungen im Katastrophenfall funktionsfähig sind, ist es unerlässlich, die Bedeutung dieses Kästchens zu verstehen.
In diesem Leitfaden erläutern wir dessen Bedeutung und klären, ob Sie es wirklich benötigen.
Das Beruhigen eines Dateisystems ist der Vorgang, bei dem Daten auf einer virtuellen Festplatte in einen für Sicherungen geeigneten Zustand versetzt werden. Dazu werden Betriebssystem und Anwendungen koordiniert, um veränderte Puffer aus dem Arbeitsspeicher auf die Festplatte zu schreiben und Schreibvorgänge kurzzeitig auszusetzen, damit sämtliche Daten auf dem Datenträger konsistent sind.
Beim Erstellen eines VM-Snapshots lassen sich grundsätzlich zwei Arten von Snapshots erstellen:
Hinweis:
Wenn Sie also das Kontrollkästchen „Gastdateisystem beruhigen“ sehen, teilen Sie vCenter im Grunde Folgendes mit: „Bitte nutzen Sie VMware Tools und Microsoft VSS im Gastsystem, um alle E/A-Vorgänge zu beruhigen und diesen Snapshot anwendungskonsistent zu erstellen.“
Bei virtuellen Windows-Maschinen basiert der Mechanismus zum Beruhigen des Gastdateisystems auf einer engen Zusammenarbeit von drei Komponenten:
Hier ist der detaillierte Ablauf, der stattfindet, sobald Sie bei einem beruhigten Snapshot auf „Erstellen“ klicken:
1. vCenter sendet den Auftrag an den ESXi-Host. Der Host stellt eine Verbindung zu den auf dem Gastbetriebssystem ausgeführten VMware Tools her.
2. VMware Tools initiiert eine VSS-Snapshot-Anfrage im Gastsystem und weist den Volume Shadow Copy Service an, eine Sicherungssequenz zu starten.
3. VSS signalisiert allen registrierten VSS-Schreibern, in den Zustand „PrepareForBackup“ zu wechseln. Jeder Schreiber weist seine Anwendung an: „Schließe kritische Transaktionen ab, schreibe alle im Arbeitsspeicher befindlichen Daten auf die Festplatte und pausiere anschließend den Betrieb.“
4. Sobald alle Schreiber ihre Bereitschaft gemeldet haben, weist VSS das Dateisystem an, alle neuen E/A-Anfragen für einige Sekunden zurückzuhalten (der Einfrierfensterzeitraum).
5. Windows schreibt alle verbleibenden veränderten Puffer auf die Festplatte. Das Dateisystem ist nun vollständig konsistent.
6. Die VMware-VSS-Komponente sendet eine Rückmeldung an den ESXi-Host: „Das Gastsystem ist beruhigt und bereit.“
7. ESXi erstellt den Snapshot der virtuellen Festplatte. Der gesamte Vorgang dauert normalerweise nur wenige Sekunden, es sei denn, es kommt zu einem Timeout beim Einfrieren der E/A-Vorgänge.
8. Nach Erstellung des Snapshots hebt VSS die Sperre des Dateisystems auf, und die Anwendungen nehmen ihren normalen Betrieb wieder auf.
Zudem ist zu beachten, dass ein über VMware VSS beruhigter Snapshot VSS als Typ VSS_BT_COPY meldet. Das bedeutet, dass keine automatische Protokollkürzung für Anwendungen wie SQL Server oder Exchange erfolgt. Wenn Sie nach einer Sicherung eine Protokollkürzung benötigen, müssen Sie eine unternehmensweite Sicherungslösung verwenden, die diese Funktion explizit unterstützt.
Bei Linux funktioniert das Beruhigen anders, da es keine native Entsprechung zu VSS gibt. Bei aktuellen Linux-Distributionen mit installierten VMware Tools nutzt ein Systemtreiber die Systemaufrufe FIFREEZE / FITHAW, um das Dateisystem vor dem Snapshot einzufrieren. Diese Option steht nur bei Linux-VMs mit Kernel-Versionen ab 2.6.32 und VMware Tools 5.x oder höher (vSphere 5.0 und neuer) zur Verfügung.
Wenn benutzerdefinierte Anwendungen beruhigt werden müssen, können VMware Tools zudem Skripte vor dem Einfrieren und nach dem Aufheben der Sperre ausführen. Diese Skripte müssen im Pfad /etc/vmware-tools/backupScripts.d abgelegt werden und die Parameter freeze, freezeFail und thaw verarbeiten können. Für diese Funktionalität ist mindestens VMware Tools Version 10.2 erforderlich.
Dieser gesamte Mechanismus verdeutlicht, dass das Beruhigen nicht nur ein bloßes Ankreuzen eines Kästchens ist – es handelt sich um eine komplexe Ablaufsteuerung, die den Snapshot zu einem wiederherstellungssicheren Datensatz umwandelt.
Nicht jede VM benötigt einen beruhigten Snapshot. Eine übermäßige Nutzung bei ungeeigneten Workloads kann zu Leistungseinbußen bei E/A-Vorgängen führen.
► Fälle, in denen Sie „Gastdateisystem beruhigen“ aktivieren müssen:
► Fälle, in denen Sie das Beruhigen bedenkenlos überspringen können (absturzkonsistent ist ausreichend):
► Wichtige Fallstricke, die Sie beachten sollten:
Schritt 1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die laufende virtuelle Maschine und wählen Sie „Snapshots“ > „Snapshot erstellen“.
Schritt 2. Geben Sie einen Namen und eine Beschreibung ein (z. B. „Beruhigter Snapshot vor Patch-Installation“).
Schritt 3. Deaktivieren Sie das Kästchen „Arbeitsspeicher der virtuellen Maschine einbeziehen“. Ein Speicher-Snapshot ist unvereinbar mit einem echten anwendungskonsistenten Beruhigen für Sicherungszwecke.
Schritt 4. Aktivieren Sie das Kästchen „Gastdateisystem beruhigen (erfordert installierte VMware Tools)“.
Schritt 5. Klicken Sie auf „Erstellen“.
Schritt 6. Überwachen Sie den Bereich „Aktuelle Aufgaben“. Ein erfolgreich erstellter Snapshot wird dort angezeigt.
Dass vCenter „Snapshot-Erstellung abgeschlossen“ meldet, bedeutet nicht automatisch, dass das Beruhigen auf Anwendungsebene fehlerfrei funktioniert hat. Bei einem VSS-Fehler im Gastsystem wechselt VMware unbemerkt zu einem nur dateisystemkonsistenten Snapshot. So führen Sie eine Überprüfung durch:
1. Suche nach vss_manifests.zip
Navigieren Sie zum VM-Ordner auf dem Datastore. Wenn das VSS-Beruhigen erfolgreich ausgeführt wurde, finden Sie zum Erstellungszeitpunkt des Snapshots eine Datei namens vss_manifests.zip. Darin befindet sich backup.xml mit Metadaten aller beteiligten VSS-Schreiber. Fehlt diese Datei oder ist backup.xml unvollständig, wurde das VSS-Beruhigen nicht vollständig initialisiert.
2. Auswertung der Ereignisanzeige im Gastsystem
Öffnen Sie unter Windows die Ereignisanzeige und navigieren Sie zu Windows-Protokolle > Anwendung. Suchen Sie nach VSS-Ereignissen zum Zeitpunkt des Snapshots. Es sollten Informationsmeldungen der Quelle „VSS“ erscheinen, die bestätigen, dass alle Schreiber stabil sind. Fehlermeldungen wie „VSS-Schreiber hat die Anfrage abgelehnt“ oder Timeout-Einträge weisen unmittelbar auf Probleme hin.
3. Überwachung des VSS-Admin-Zustands
Vor der Erstellung kritischer Snapshots führen Sie im Gastsystem den Befehl vssadmin list writers aus. Alle Schreiber sollten den Zustand „Stabil“ ohne Fehler aufweisen. Wenn ein Schreiber den Status „Fehlgeschlagen“ oder „Warte auf Abschluss“ anzeigt, fehlt bei dem zugehörigen Anwendung die Konsistenz im beruhigten Snapshot.
Führen Sie die Überprüfung immer im Gastsystem durch, nicht nur über die vSphere-Oberfläche.
Achten Sie auf das Szenario des „falschen Erfolgs“: vCenter kann den Vorgang als erfolgreich melden, obwohl der Snapshot nur dateisystemkonsistent ist, weil die VMware-VSS-Komponente unbemerkt auf ein einfaches Dateisystem-Einfrieren ohne VSS zurückweicht. Dies tritt häufig auf, wenn die VM-Datei .vmx den Parameter disk.EnableUUID = „TRUE“ enthält – dieser Parameter verhindert, dass VSS die Datenträger-UUIDs auf Windows-VMs auslesen kann und zerstört das Beruhigen bei Linux-VMs vollständig.
Wenn der Beruhigungsvorgang fehlschlägt, gibt es meist eine klare Fehlermeldung. Hier die häufigsten Probleme und deren Lösungen:
Ursache: Das Fenster für das Einfrieren der E/A-Vorgänge (üblicherweise 20 Sekunden) lief ab, bevor der Snapshot erstellt wurde. Dies passiert bei extrem hoher Festplattenlast auf der VM, wenn VSS-Schreiber zu langsam antworten oder die VM-Festplatten auf sehr langsamen Speichern abgelegt sind.
Lösung: Planen Sie Sicherungen oder Snapshots neu für Zeiten mit geringer E/A-Last. Erhöhen Sie ggf. die Festplattenressourcen der VM. Sorgen Sie für ausreichend freien RAM und Festplattenspeicher im Gastsystem, da übermäßiges Auslagern das Schreiben von Puffern verlangsamt. Aktualisieren Sie VMware Tools auf die neueste Version, diese enthält oft Verbesserungen für VSS-Timeouts.
Ursache: Dieser kryptische Fehler bedeutet, dass der VSS-Koordinator die Synchronisierung nicht starten konnte, weil ein erforderlicher VSS-Schreiber einen fehlerhaften Zustand hat oder ein älterer Drittanbieter-Sicherungsagent den VSS-Anbieter blockiert. Der Broadcom-Knowledge-Base-Eintrag 394014 bestätigt, dass dieses Problem typischerweise durch Konflikte, Fehler bei der Anwendung des VSS-Schreibers oder Fehlkonfigurationen in dessen Umgebung entsteht.
Lösung: Öffnen Sie das Gastbetriebssystem und führen Sie vssadmin list writers aus, um fehlerhafte Schreiber zu identifizieren. Häufig sind der SQL-Schreiber oder Exchange-Schreiber in einem nicht wiederherstellbaren Zustand. Starten Sie das Gastsystem neu oder starten Sie die zugehörigen Anwendungsdienste neu. Bleibt das Problem bestehen, deinstallieren und installieren Sie VMware Tools erneut, wobei Sie sicherstellen, dass die VMware-VSS-Komponente bei der benutzerdefinierten Installation explizit aktiviert wird. Überprüfen Sie zudem den Festplattenspeicher und den Status des VSS-Dienstes.
Symptom: Das Beruhigen schlägt mit Fehlern fehl oder scheint erfolgreich zu sein, aber die erstellte Sicherung ist nur dateisystemkonsistent ohne die Datei vss_manifests.zip.
Ursache: Der Parameter disk.EnableUUID in der VM-Datei .vmx steuert, ob die virtuelle Festplatte dem Gastbetriebssystem eine UUID übermittelt – eine Voraussetzung für das anwendungskonsistente VSS-Beruhigen unter Windows Server 2008 und neuer. Das Verhalten unterscheidet sich je nach Betriebssystem:
Lösung:
So prüfen oder ändern Sie den Wert: Bearbeiten Sie die VM-Einstellungen > VM-Optionen > Erweitert > Konfigurationsparameter, suchen Sie den Eintrag disk.EnableUUID oder fügen Sie ihn hinzu. Für Änderungen ist ein Neustart der VM erforderlich.
Symptom: Das Kästchen „Beruhigen“ ist ausgegraut, oder Snapshots schlagen ohne VSS-Fehler im Gastsystem fehl.
Lösung: Führen Sie eine vollständige „Ändern“-Installation von VMware Tools durch und stellen Sie sicher, dass die VMware-VSS-Komponente ausgewählt ist (standardmäßig aktiviert, kann aber versehentlich deaktiviert werden). Bei Bedarf deinstallieren Sie VMware Tools vollständig und installieren es neu.
Das Beruhigen des Gastdateisystems ist eine native VMware-Funktion, aber unternehmensweite Sicherungsprodukte bauen darauf auf und bieten noch intelligentere Konsistenzmechanismen. Lösungen wie i2Backup von Info2Soft integrieren eine anwendungsorientierte Verarbeitung, die denselben VSS-Mechanismus nutzt. Sie gehen jedoch weiter und ermöglichen zusätzlich:
Zusätzlich unterstützt i2Backup zahlreiche weitere Funktionen zur Abdeckung vielfältiger Sicherungsanforderungen:
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Ohne das Beruhigen des Gastdateisystems erfasst ein VMware-Snapshot laufende Schreibvorgänge und unbestätigte Transaktionen. Dadurch sind Datenbanken und Active Directory bei der Wiederherstellung einer verborgenen Beschädigung ausgesetzt. Das Beruhigen stellt sicher, dass Ihre Snapshots anwendungskonsistent sind, sodass Domänencontroller, SQL-Server und Exchange-Server exakt im ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden können – ohne nachträgliche Reparaturen.
Ein manueller beruhigter Snapshot ist jedoch keine echte Sicherung. Zum vollständigen Schutz Ihrer virtuellen Maschinen benötigen Sie eine professionelle VMware-Sicherungslösung – i2Backup von Info2Soft. Es automatisiert das anwendungsorientierte Beruhigen, verschiebt Sicherungskopien an externe Standorte, verwaltet Aufbewahrungsregeln und ermöglicht granulare Wiederherstellungen.
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