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In der heutigen digitalen Wirtschaft ist eine dauerhafte Verfügbarkeit nicht nur wünschenswert, sondern zwingend erforderlich. Dies gilt insbesondere für Branchen mit hochwertigen Daten wie Finanzwesen, Telekommunikation und Hochfrequenzhandel. Herkömmliche Architekturen zur Katastrophenwiederherstellung arbeiten meist mit einem aktiven Primärstandort und einem passiven Sekundärstandort (Aktiv-Passiv). Obwohl diese Schutz bieten, erfüllen sie häufig nicht die strengen Vorgaben für Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO) geschäftskritischer Systeme.
Um den hohen Anforderungen an Betriebskontinuität und Effizienz gerecht zu werden, setzen Unternehmen zunehmend auf Lösungen für die Dual-Active-Datenbank.
Lösungen für die Dual-Active-Datenbank stellen eine fortgeschrittene Form des Geschäftskontinuitätsmanagements und des Datenschutzes dar. Der Kerngedanke besteht darin, zwei geografisch voneinander getrennte Rechenzentren oder Cluster aufzubauen, die beide vollständig betriebsbereit sind und gleichzeitig Lese- und Schreibzugriffe verarbeiten können (Aktiv-Aktiv).
Kern dieser Lösungen ist die Technologie zur Auswertung heterogener Datenbankprotokolle. Anstatt auf eine Spiegelung auf Speicherebene zu setzen, arbeiten diese Softwarelösungen nach folgendem Prinzip:
Echtzeit-Datenerfassung: Erfassung von Datenänderungen im Quellproduktivsystem durch die Echtzeitauswertung von Transaktionsprotokollen bzw. Datenbankprotokollen.
Synchrone Replikation: Übertragung und Wiedergabe der erfassten Änderungen auf das entfernte Zielsystem.
Aktiv-Aktiv-Betriebsmodus: Ermöglichung gleichzeitiger Lese- und Schreibtransaktionen sowohl im Quell- als auch im Zielsystem.
Diese Architektur gewährleistet eine hohe Datenkonsistenz, praktisch einen RPO von nahezu Null (nahezu kein Datenverlust) und ein Recovery Time Objective (RTO) im Sekundenbereich. Damit übertrifft sie die Leistungsfähigkeit vieler herkömmlicher Systeme zur Katastrophenwiederherstellung deutlich. Darüber hinaus bilden diese Lösungen die technische Grundlage für widerstandsfähige Architekturen wie die Architektur „Zwei Standorte, drei Zentren“, um maximale geografische Redundanz und Datenbeständigkeit zu erreichen.
Der Einsatz leistungsstarker Lösungen für die Dual-Active-Datenbank bietet mehrere entscheidende Vorteile für die IT-Infrastruktur von Unternehmen:
Nahezu Null-RPO und RTO unter einer Minute: Die protokollbasierte Echtzeitreplikation sorgt für eine hohe Datenkonsistenz zwischen den Standorten. Der Wiederherstellungspunkt liegt praktisch bei Null, sodass im Katastrophenfall ein schneller, nahezu sofortiger Wechsel möglich ist.
Unterstützung heterogener Umgebungen: Diese Lösungen ermöglichen häufig die Replikation über unterschiedliche Plattformen hinweg. Dazu zählen verschiedene Betriebssysteme, Speichersysteme, zugrundeliegende Architekturen sowie unterschiedliche Datenbankversionen. Das garantiert Flexibilität bei der Bereitstellung und Unabhängigkeit von spezifischer Hardware einzelner Hersteller.
Verbesserte Leistung und Systemkapazität: Im Aktiv-Aktiv-Betrieb können beide Standorte gleichzeitig Lese- und Schreiboperationen verarbeiten. Dadurch lassen sich Lese- und Schreibzugriffe voneinander trennen und Abfragen auslagern. Die Arbeitslast wird verteilt, die Gesamtkapazität steigt und die Antwortzeiten für Endnutzer verbessern sich.
Geringe Auswirkungen auf die Produktivsysteme: Durch die Nutzung der Technologie zur Auswertung von Datenbankprotokollen beeinträchtigt der Replikationsvorgang die zentralen Datenbankoperationen im Quellsystem nur wenig, sodass der Leistungsaufwand gering bleibt.
Vereinfachte Verwaltung: In der Regel ist eine zentrale Steuerungsplattform integriert, um die gesamte Dual-Active-Umgebung zu verwalten, zu überwachen und zu orchestrieren – einschließlich der Überwachung des Replikationsstatus und der Durchführung zentraler Systemwechsel.
Aufgrund ihrer Stabilität und Leistungsfähigkeit eignen sich Lösungen für die Dual-Active-Datenbank besonders für anspruchsvolle Unternehmensumgebungen:
Geschäftskritische Transaktionssysteme: In Branchen wie dem Finanzwesen (beispielsweise Transaktionssysteme, Wertpapierhandel) sind diese Lösungen unerlässlich. Hier gelten extrem strenge Anforderungen an RTO und RPO, oft verbunden mit der Pflicht zur Umsetzung von Standards wie der Architektur „Zwei Standorte, drei Zentren“.
Datenbankmigration und -aktualisierung: Die protokollbasierte Synchronisation ermöglicht die Echtzeitspiegelung von Daten von einer alten auf eine neue Plattform. Dadurch lassen sich Aktualisierungen oder Migrationen (z. B. von herkömmlichen Datenbanken auf neue Plattformen) mit minimalen Ausfallzeiten durchführen.
Plattformübergreifende Datensynchronisation: Ermöglicht den Echtzeitdatenaustausch und die Synchronisation zwischen heterogenen Plattformen – ein zentraler Faktor für komplexe, verteilte Unternehmensarchitekturen.
Leistungsoptimierung (Trennung von Lese- und Schreibzugriffen): Die Lesezugriffe vom primären Produktivdatenbank auf die sekundäre aktive Datenbank ausgelagert. Dadurch werden Reaktionsgeschwindigkeit und Durchsatz der zentralen Anwendung deutlich erhöht.
Lösungen für die Dual-Active-Datenbank stellen eine bedeutende Weiterentwicklung der Dateninfrastruktur dar. Sie gehen über reine Katastrophenwiederherstellung hinaus und ermöglichen eine vorausschauende Betriebskontinuität sowie die Skalierung der Leistungsfähigkeit. Durch die Echtzeit-Protokollauswertung und den gleichzeitigen Betrieb in heterogenen Umgebungen bilden sie eine robuste Grundlage für moderne Unternehmen, um maximale Verfügbarkeit und Effizienz zu gewährleisten. Somit sind sie ein zentraler Baustein der digitalen Robustheit.