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QNAP und Synology sind die zwei wichtigsten Hersteller von NAS-Geräten für Privatnutzer und Unternehmen. Beide bieten ein breites Produktportfolio, benutzerfreundliche Betriebssysteme und umfangreiche App-Ökosysteme. Ihre Herangehensweisen unterscheiden sich jedoch deutlich, wodurch die Auswahl für viele Nutzer schwierig wird.
Dieser Leitfaden vergleicht NAS-Systeme von QNAP und Synology und listet alle Unterschiede auf. Wir bewerten beide Lösungen anhand der zentralsten Kriterien – Leistung, Sicherheit und langfristige Gesamtbetriebskosten – damit Sie die passende Lösung finden.
Empfehlung der Redaktion:
QNAP Systems (Quality Network Appliance Provider) entwickelt NAS-Geräte, die durch leistungsstarke Hardware und vielfältige Anpassungsmöglichkeiten überzeugen.
Ihre NAS-Systeme laufen entweder mit QTS (basiert auf dem Linux ext4-Dateisystem) oder QuTS hero (basiert auf dem fortschrittlichen ZFS-Dateisystem. Das Betriebssystem wird über eine webbasierte Oberfläche verwaltet; QNAP unterstützt die Steuerung von Windows, Mac, iOS und Android-Geräten aus.
QNAP-NAS können zudem als Medienserver (unterstützt Plex und weitere Plattformen) fungieren, virtuelle Maschinen mit GPU-Passthrough ausführen und containerbasierte Anwendungen bereitstellen. Die Plattform ist für Nutzer konzipiert, die maximale Flexibilität wünschen und Zeit für die Konfiguration und Verwaltung eines komplexeren Systems investieren möchten.
Vorteile von QNAP:
Aufgrund der hardwareorientierten Philosophie von QNAP bieten die Geräte folgende Vorteile:
Hauptnachteile von QNAP:
Synology verfolgt einen anderen Ansatz: Die Software steht im Vordergrund, die Hardware wird darauf abgestimmt.
Synology-NAS nutzen DSM (DiskStation Manager), ein intuitives browserbasiertes Betriebssystem, das als das ausgereifteste NAS-Betriebssystem auf dem Markt gilt. Es ist auch für Nutzer mit geringen NAS-Kenntnissen leicht verständlich. Die meisten Verwaltungsaufgaben – das Erstellen von Freigabeordnern, das Konfigurieren von Snapshots oder die Benutzerverwaltung – lassen sich über eine übersichtliche grafische Oberfläche erledigen.
Es enthält eine umfassende App-Sammlung für Dateiverwaltung, Medienorganisation, Backups, Videoüberwachung und Teamzusammenarbeit.
Vorteile von Synology:
Nachteile von Synology:
In diesem Abschnitt vergleichen wir die Hardware-Ausstattung der beiden NAS-Hersteller.
Der Prozessor bestimmt, wie gut das NAS mehrere Nutzer, virtuelle Maschinen, Medien-Transkodierung, Verschlüsselung und Unternehmensanwendungen verarbeiten kann.
QNAP
Im direkten Preisvergleich überzeugt QNAP bei der reinen Hardware-Leistung. Es bietet mehr RAM, leistungsstärkere CPUs, mehr Netzwerkschnittstellen (10-GbE, Thunderbolt, PCIe-Steckplätze bei einigen Modellen) und unterstützt NVMe-SSDs als primären Speicher bei ausgewählten Geräten.
Aktuelle Beispiele:
|
Modell |
Prozessor |
Zielgruppe |
|
Qu405 / Qu605 / Qu805 |
Intel Prozessor N150/N355 |
Privatnutzer & kleine Unternehmen |
|
TS-h666TX |
Intel Core i3-1215U |
Virtualisierung & kleine Unternehmen |
|
TS-h1277AFX |
AMD Ryzen 7 Serie 9000 |
Unternehmen & Medienproduktion |
Synology:
Synology wählt Prozessoren vor allem nach Stabilität, Energieeffizienz und langfristiger Software-Optimierung aus – statt auf maximale technische Spezifikationen zu setzen.
Beispiele:
|
Modell |
Prozessor |
Zielgruppe |
|
DS925+ |
AMD Ryzen Embedded V1500B (4-Kern) |
Kleine Unternehmen |
|
DS1525+ |
AMD Ryzen Embedded V1500B (4-Kern) |
Kleine Unternehmen |
|
DS1823xs+ |
AMD Ryzen V1780B (4-Kern) |
Große Unternehmen |
|
RS6426xs+ |
Enterprise-Prozessor mit zwei integrierten 10-GbE-Ports |
Große Unternehmen |
Synology wechselt die Prozessorplattformen nicht häufig, sondern nutzt bewährte CPU-Architekturen über mehrere Produktgenerationen hinweg und optimiert stattdessen die Benutzererfahrung von DSM. Dieser Ansatz sorgt für hohe Stabilität, geringen Stromverbrauch und vorhersehbare langfristige Unterstützung.
Praktische Auswirkungen:
Für alltägliche NAS-Aufgaben wie Dateifreigabe, Backups und Bürozusammenarbeit bieten beide Systeme ausreichend Rechenleistung.
Wenn Sie jedoch mehrere virtuelle Maschinen, Docker-Container, KI-Anwendungen oder Medienbearbeitungsworkloads auf dem NAS ausführen möchten, bietet QNAP generell mehr Hochleistungs-Hardwareoptionen. Wenn Sie hingegen ein zuverlässiges Speichergerät mit minimalem Wartungsaufwand benötigen, sorgen Synology-Hardware und die optimierte DSM für eine langfristig reibungslosere Nutzung.
QNAP:
Sowohl QNAP als auch Synology unterstützen Gigabit-Ethernet; QNAP hat schneller auf schnellere Netzwerktechnologien gesetzt.
Viele QNAP-Modelle verfügen über:
Synology:
Das DS925+ von Synology ist mit zwei 2,5-GbE-LAN-Ports ausgestattet. Viele Einsteiger- und Mittelklasse-Modelle nutzen jedoch weiterhin standardmäßiges Gigabit-Ethernet.
Wenn Ihr Unternehmen regelmäßig große Dateien überträgt, häufige Backups durchführt oder viele gleichzeitige Nutzer unterstützt, lohnt sich die Investition in schnellere Netzwerkschnittstellen, da sie Übertragungszeiten deutlich senken.
Bei der Erweiterbarkeit richtet sich QNAP klar an Power-User und Unternehmenseinsätze.
Je nach Modell lassen sich über PCIe-Steckplätze folgende Komponenten installieren:
QNAP:
QNAP bietet PCIe-Steckplätze zum Einbau von 10-GbE-Netzwerkkarten, zusätzlichem M.2-Speicher oder weiteren Erweiterungskarten. Einige Modelle sind mit Thunderbolt-Schnittstellen und HDMI-Ausgang ausgestattet. Das TS-464 kann mit der QNAP-Erweiterungseinheit TL-D1600S verbunden werden, um zwölf weitere Festplatten anzuschließen und bis zu 280 TB Speicherplatz zu erreichen.
Synology:
Viele Synology-Systeme unterstützen ebenfalls Erweiterungen, diese sind jedoch meist nur bei Hochleistungsmodellen verfügbar und bieten weniger Anpassungsmöglichkeiten.
Unternehmen mit zukünftigem Wachstum profitieren von der größeren Flexibilität bei QNAP.
Dies ist einer der wichtigsten Faktoren für gewerbliche Käufer im Jahr 2026.
Ab den Modellen des Jahres 2025 hat Synology neue Kompatibilitätsregeln für HDDs und SSDs eingeführt, um Systemstabilität, Leistung und Benutzererfahrung zu verbessern. Die zentralen Ziele sind Zuverlässigkeit (gelistete Festplatten werden unter zahlreichen Lasten, Konfigurationen und Betriebsszenarien ausführlich getestet), Kosteneffizienz (Minimierung von Kompatibilitäts- und Firmware-Problemen) sowie eine einheitliche Nutzung (vereinfachte Firmware-Updates und umfassender Support).
Synology empfiehlt die Verwendung von Festplatten aus der Kompatibilitätsliste für maximale Leistung und Stabilität, Nutzer können aber nach eigenem Ermessen auch andere Laufwerke einbauen. Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen von Unternehmenskunden, Händlern und der NAS-Community hat Synology diesen Ansatz mit DSM 7.3 angepasst. DiskStation-Modelle der Plus-, Value- und J-Serie des Baujahrs 2025 mit DSM 7.3 erlauben die Installation und Erstellung von Speicherpools mit Drittanbieter-Festplatten. Die Erstellung von M.2-basierten Speicherpools und Caches erfordert jedoch weiterhin Laufwerke aus der Hardware-Kompatibilitätsliste.
QNAP akzeptiert alle SATA-Festplatten ohne derartige Einschränkungen.
Auswirkungen auf das Budget: Dieser Unterschied beeinflusst die Gesamtbetriebskosten erheblich. Nutzer von Synology müssen bei neueren Modellen zertifizierte Festplatten einplanen, wenn sie die vollständige Statusüberwachung im Storage Manager und TRIM-Unterstützung nutzen wollen; QNAP-Nutzer können beliebige SATA-Laufwerke verwenden.
Die Wahl der passenden Anzahl an Festplattenschächten ist eine zentrale Kaufentscheidung.
Ein NAS mit zwei Schächten mag heute ausreichen, aber der Speicherbedarf wächst üblicherweise mit der Zeit. Modelle mit vier oder sechs Schächten bieten mehr Flexibilität für zukünftige Erweiterungen.
Sowohl QNAP als auch Synology bieten Geräte mit:
Viele Hochleistungsmodelle unterstützen zudem Erweiterungseinheiten, sodass zusätzliche Festplattengehäuse angeschlossen werden können, ohne das ursprüngliche NAS austauschen zu müssen.
Beide Hersteller bieten eine gute Skalierbarkeit durch ihr Produktportfolio.
Software und das zugehörige Ökosystem bestimmen den täglichen Verwaltungsaufwand und die einfache Nutzung durch Ihr Team. Hier eine übersichtliche Vergleichstabelle der Software-Funktionen:
|
Merkmal |
Synology DSM |
QNAP QTS / QuTS hero |
|
Dateisystem |
Btrfs (Snapshots, Replikation) |
ext4 (QTS) oder ZFS (QuTS hero) |
|
Einrichtung |
Grafischer Assistent mit fünf Schritten; die meisten Funktionen sind standardmäßig aktiv |
Dienste müssen manuell aktiviert, Berechtigungen explizit vergeben werden |
|
Einarbeitungsaufwand |
Niedrig |
Mittel bis hoch |
|
Backup |
Active Backup for Business – kostenfrei |
Funktionsabhängig teilweise kostenpflichtig |
|
Virtualisierung |
Virtual Machine Manager |
Virtualization Station (mit GPU-Passthrough) |
|
Container-Unterstützung |
Docker |
Container Station (K3s, LXD, Kata) |
|
KI-Funktionen |
Synology AI Console mit Datenmaskierung und Filterung |
KI-gestützte Verwaltung (QuTS hero h6.0) |
|
Zielgruppe |
Privatnutzer, kleine Büros, Nutzer von fertigen Lösungen |
Power-User, ZFS-Nutzer, gemischte Unternehmenslasten |
Im Folgenden werden die detaillierten Unterschiede zwischen QNAP QTS/QuTS hero und Synology DSM erläutert.
QNAP bietet zwei Betriebssysteme an: QTS (basiert auf ext4) und QuTS hero (basiert auf ZFS). Einige QNAP-NAS unterstützen beide Systeme, eine direkte Aktualisierung von einem zum anderen ist jedoch nicht möglich, da sie auf grundlegend unterschiedlichen Dateisystemen basieren.
Wichtige Stärken:
Synology DSM gilt weithin als das ausgereifteste verfügbare NAS-Betriebssystem. Es ist die Plattform, die man technisch weniger versierten Privatnutzern, kleinen Büros und Käufern empfehlen kann, die ein fertiges Speichergerät statt eines komplexen Projekt-Systems wünschen.
Wichtige Stärken:
Sicherheit ist ein zentrales Kriterium für gewerbliche Käufer.
Synology verfolgt einen sicheren Standardansatz:
QNAP setzt primär auf Flexibilität:
Wie wählt man anhand der Sicherheitsanforderungen aus?
Keines der beiden Systeme ist unangreifbar. Beide erfordern eine korrekte Konfiguration, regelmäßige Aktualisierungen und die Einhaltung von Sicherheitsbest Practices.
Unsere Empfehlung:
Dies ist ein zentraler Aspekt, der bei vielen Vergleichsanalysen vernachlässigt wird.
QNAP bietet oft mehr Hardware zum gleichen Preis. Bei identischer Preisklasse verfügt QNAP üblicherweise über mehr RAM, stärkere CPUs und mehr Netzwerkschnittstellen. Das QNAP TS-464 kostet etwa 1.067 US-Dollar, das Synology DS925+ rund 1.005 US-Dollar.
Synology: Bei neueren Modellen (wie DS925+, DS1825+) benötigen Sie zertifizierte Festplatten für die vollständige Statusüberwachung im Storage Manager. Zwar können Sie Drittanbieter-Laufwerke einbauen, dies führt jedoch zu Kompatibilitätswarnungen und eingeschränktem Funktionsumfang. SSD-TRIM wird nur bei SSDs aus der Synology-Kompatibilitätsliste unterstützt – bestimmte TRIM-Implementierungen können bei spezifischen Speicherkonfigurationen schwerwiegende Probleme mit der Datenintegrität verursachen. Dies erhöht die Kosten, da zertifizierte Festplatten üblicherweise teurer als vergleichbare Drittanbieter-Laufwerke sind.
QNAP: Akzeptiert alle SATA-Festplatten ohne Einschränkungen. Sie können vorhandene Laufwerke weiternutzen oder die kostengünstigsten verfügbaren Optionen erwerben.
Synology: Geringer Verwaltungsaufwand. Weniger IT-Zeit für Einrichtung, Wartung und Fehlerbehebung erforderlich.
QNAP: Hoher Verwaltungsaufwand. Mehr Konfigurations-, Überwachungs- und Sicherheitsmanagement-Arbeit nötig.
Für Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen ist dieser Zeitunterschied erheblich. Wenn Sie die Arbeitszeit Ihrer IT-Mitarbeiter mit 100–200 US-Dollar pro Stunde bewerten, übersteigt der zusätzliche Verwaltungsaufwand schnell die Hardware-Kostenvorteile von QNAP.
Synology: Active Backup for Business ist bei kompatiblen Synology-NAS kostenlos enthalten. Für kleine Unternehmen ist dies ein großer Vorteil, da sie keine separate Backup-Software kaufen müssen.
QNAP: Viele erweiterte Funktionen erfordern zusätzliche Lizenzen. Das breite App-Ökosystem umfasst sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Angebote.
|
Kostenkategorie |
Synology |
QNAP |
|
NAS-Gerät |
~1.005 USD (DS925+) |
~1.067 USD (TS-464) |
|
4 x 8-TB-Festplatten |
~800–1.200 USD (zertifizierte Laufwerke für vollen Funktionsumfang erforderlich) |
~600–800 USD (beliebige SATA-Festplatten) |
|
Verwaltungszeit über 3 Jahre |
~20 Stunden × Stundensatz |
~40–60 Stunden × Stundensatz |
|
Software-Lizenzen |
Inklusive (Active Backup for Business) |
Funktionsabhängig unterschiedlich |
|
Geschätzte Gesamtkosten über 3 Jahre |
2.800–3.800 USD |
2.800–4.500+ USD (stark abhängig vom Verwaltungsaufwand) |
Hinweis: Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Region, spezifischem Modell und Unternehmensbedingungen.
Wählen Sie Synology, wenn:
Wählen Sie QNAP, wenn:
Sowohl QNAP als auch Synology bieten integrierte Backup-Tools an, diese sind jedoch primär für Sicherungen innerhalb des jeweiligen Hersteller-Ökosystems ausgelegt. Mit wachsendem Unternehmensumfang benötigen viele Organisationen eine zentrale Backup-Plattform, um mehrere NAS-Geräte, Server, virtuelle Maschinen, Datenbanken und Cloud-Workloads zu schützen.
Info2Soft i2Backup ist eine Enterprise-Backup- und Disaster-Recovery-Lösung für heterogene IT-Umgebungen. Statt jedes NAS als isoliertes Speichergerät zu behandeln, ermöglicht i2Backup Administratoren die Verwaltung aller Backups der gesamten Infrastruktur über eine zentrale Konsole.
Wichtige Funktionen:
Wenn maximale Leistung, schnelle Netzwerkschnittstellen, Virtualisierung oder zukünftige Hardware-Erweiterbarkeit Ihre Prioritäten sind, bietet QNAP bei vergleichbaren Preisen üblicherweise ein besseres Hardware-Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Hardware-Spezifikationen erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte. Ein NAS wird letztlich durch sein Betriebssystem und das Software-Ökosystem definiert. Im nächsten Abschnitt vergleichen wir Synology DSM, QNAP QTS und QuTS hero hinsichtlich Benutzererfahrung, Speicherverwaltung und Enterprise-Funktionen im täglichen Betrieb.
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