Hyper‑V ist die native Hardwarevirtualisierungstechnologie von Microsoft, die Unternehmen und Privatanwendern die Erstellung flexibler, skalierbarer virtueller Umgebungen ermöglicht, indem mehrere virtuelle Maschinen (VMs) auf einem einzigen physischen Host ausgeführt werden. Die Beherrschung der Erstellung von VMs in Hyper‑V ist eine grundlegende Fähigkeit für alle, die Virtualisierung für Test‑, Entwicklungs‑ oder Produktivworkloads nutzen möchten.
Dieser Leitfaden fasst die offiziellen Best Practices von Microsoft sowie eine vollständige Anleitung für die zwei zuverlässigsten Methoden zur Erstellung von VMs zusammen – über die intuitive grafische Oberfläche des Hyper‑V‑Managers und die effiziente Befehlszeile von PowerShell. Wir behandeln zudem alle Voraussetzungen, Einrichtungsschritte und Aktionen nach der VM‑Erstellung, damit der Vorgang reibungslos und fehlerfrei verläuft. Egal ob Anfänger oder IT‑Fachkraft: Dieser Leitfaden beantwortet alle Fragen zur Erstellung von VMs in Hyper‑V und unterstützt Sie bei der Erstellung von VMs, die Ihren Anforderungen entsprechen.

Erstellen einer VM im Hyper‑V‑Manager
Die Erstellung von VMs über den Hyper‑V‑Manager ist für die meisten Nutzer die beliebteste Methode, da der visuelle Assistent keine Befehlseingaben erfordert. Bevor Sie mit der VM‑Erstellung beginnen, müssen Sie zunächst die Hyper‑V‑Rolle auf Ihrem Windows‑System aktivieren und die grundlegenden Voraussetzungen erfüllen (Mitgliedschaft in der lokalen Administrator‑ oder Hyper‑V‑Administratorengruppe, ausreichend RAM und Speicherplatz sowie optional ein virtueller Switch für die Netzwerkverbindung). Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung aller Schritte von der Installation der Hyper‑V‑Rolle bis zum Start Ihrer ersten VM.
Installieren der Hyper‑V‑Rolle unter Windows
Hyper‑V ist eine integrierte Funktion von Windows 10/11 Pro/Enterprise sowie allen aktuellen Windows‑Server‑Versionen (2016, 2019, 2022, 2025), die standardmäßig deaktiviert ist. Führen Sie diese offiziellen Schritte aus, um die Hyper‑V‑Rolle zu installieren:
Schritt 1. Wählen Sie die Schaltfläche Start aus, geben Sie Einstellungen ein und öffnen Sie die Einstellungen‑App.
Schritt 2. Navigieren Sie zu Apps > Programme und Funktionen unter den zugehörigen Einstellungen.
Schritt 3. Klicken Sie im linken Menü auf Windows‑Funktionen ein‑ oder ausschalten.
Schritt 4. Aktivieren Sie im Dialogfeld „Windows‑Funktionen“ das Kontrollkästchen für Hyper‑V (dies umfasst den Hyper‑V‑Manager, die Hyper‑V‑VM‑Verbindung sowie alle erforderlichen Komponenten).
Schritt 5. Klicken Sie auf OK und warten Sie, bis die Installation abgeschlossen ist.
Schritt 6. Starten Sie Ihren Computer neu, um die Änderungen zu übernehmen – dieser Schritt ist zwingend erforderlich, damit die Hyper‑V‑Rolle ordnungsgemäß funktioniert.
Erstellen einer neuen VM in Hyper‑V
Nach der Installation der Hyper‑V‑Rolle können Sie mithilfe des Assistenten für neue virtuelle Maschinen mit der Erstellung einer neuen VM beginnen. Der Assistent führt Sie durch alle wichtigen Konfigurationen. Microsoft empfiehlt standardmäßig die Erstellung von Generation‑2‑VMs (für 64‑Bit‑Windows sowie moderne Linux‑/FreeBSD‑Systeme), sofern Sie keine spezifischen Anforderungen an Generation 1 haben (für ältere 32‑Bit‑Systeme oder BIOS‑basierte Architekturen). Hier die schrittweise Vorgehensweise:
Schritt 1. Öffnen Sie den Hyper‑V‑Manager, indem Sie im Startmenü danach suchen.
Schritt 2. Wählen Sie im linken Bereich Ihren Hyper‑V‑Host‑Server aus und klicken Sie im Aktionsbereich auf Neu > Virtuelle Maschine, um den Assistenten zu starten.
Schritt 3. Klicken Sie auf der Seite *Bevor Sie beginnen* auf Weiter (Sie können *Diese Seite nicht mehr anzeigen* aktivieren, um sie zukünftig zu überspringen).
Schritt 4. Namen und Speicherort angeben – Geben Sie einen eindeutigen Namen für Ihre VM ein (zur einfachen Identifizierung) und wählen Sie einen Speicherort für die VM‑Konfigurationsdateien. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen, um die VM in einem anderen Ordner zu speichern, falls Sie einen benutzerdefinierten Ordner verwenden möchten, und klicken Sie anschließend auf Weiter.
Schritt 5. Generation angeben – Wählen Sie Generation 2 (die von Microsoft empfohlene Option) oder Generation 1 aus und klicken Sie auf Weiter – *Hinweis: Die VM‑Generation kann nach der Erstellung nicht mehr geändert werden*.
Schritt 6. Arbeitsspeicher zuweisen – Geben Sie den Startarbeitsspeicher ein (mindestens 32 MB, maximal 5 902 MB gemäß der offiziellen Einschränkung von Microsoft), aktivieren Sie das Kontrollkästchen für den dynamischen Arbeitsspeicher zur flexiblen Ressourcenzuweisung und klicken Sie auf Weiter.
Schritt 7. Netzwerk konfigurieren – Wählen Sie im Dropdown‑Menü einen zuvor erstellten virtuellen Switch für die Netzwerkverbindung aus (überspringen Sie diesen Schritt, falls Sie das Netzwerk später konfigurieren möchten) und klicken Sie auf Weiter.
Schritt 8.
Virtuelle Festplatte verbinden – Wählen Sie, ob Sie eine neue VHDX erstellen (geben Sie Name, Speicherort und Größe ein), eine vorhandene VHD/VHDX verwenden oder eine Festplatte später anfügen möchten, und klicken Sie auf
Weiter.

Schritt 9. Installationsoptionen – Wählen Sie aus, wie das Gastbetriebssystem installiert werden soll (später installieren, über eine ISO‑Datei, Diskette oder einen netzwerkbasierten Installationsserver wie WDS) und klicken Sie auf Weiter.
Schritt 10. Zusammenfassung – Überprüfen Sie alle Ihre Konfigurationseinstellungen. Wenn alles korrekt ist, klicken Sie auf Fertigstellen, um die VM zu erstellen – Ihre neue VM erscheint nun in der Liste des Hyper‑V‑Managers.
Herstellen einer Verbindung zur virtuellen Maschine
Nach der Erstellung Ihrer VM besteht der letzte Schritt darin, diese zu starten und eine Verbindung herzustellen, um das Gastbetriebssystem einzurichten. Dieser einfache Vorgang wird direkt im Hyper‑V‑Manager ausgeführt:
Schritt 1. Suchen Sie im Hyper‑V‑Manager Ihre neue VM in der Liste der virtuellen Maschinen.
Schritt 2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den VM‑Namen und wählen Sie Verbinden aus – dadurch wird das Tool für die VM‑Verbindung (VMConnect) geöffnet.
Schritt 3. Klicken Sie im VMConnect‑Fenster auf Aktion > Starten, um die VM einzuschalten.
Schritt 4. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm, um das Gastbetriebssystem zu installieren und zu konfigurieren – danach ist Ihre VM einsatzbereit.

Erstellen einer VM in Hyper‑V mithilfe von PowerShell
Für IT‑Administratoren und Nutzer, die großskalige virtuelle Umgebungen aufbauen, ist die Erstellung von VMs über PowerShell die optimale Lösung. PowerShell ermöglicht Automatisierung, Massenerstellung von VMs sowie eine präzise Steuerung der Konfiguration – bei wiederkehrenden Aufgaben deutlich effizienter als die grafische Oberfläche. Alle Befehle folgen der offiziellen Syntax von Microsoft. Sie müssen nur wenige Cmdlets ausführen, um eine VM zu erstellen und zu starten. Mit dieser Methode lassen sich VM‑Einstellungen wie die Anzahl der CPUs, Arbeitsspeicherbereiche und Speicherpfade einfach anpassen. Sie ist das Werkzeug der Wahl für die Massenerstellung neuer VMs in Hyper‑V.
Voraussetzungen für die VM‑Erstellung mit PowerShell
1. Führen Sie Windows PowerShell als Administrator aus (klicken Sie im Startmenü mit der rechten Maustaste auf PowerShell und wählen Sie Als Administrator ausführen).
2. Stellen Sie sicher, dass Sie den Namen Ihres virtuellen Switches kennen (erforderlich für die Netzwerkverbindung). Sie können diesen mithilfe eines einfachen Cmdlets abrufen (siehe Schritt 1 unten).
3. Der Host muss über ausreichend Speicherplatz und RAM verfügen, und Ihr Benutzerkonto muss über Hyper‑V‑Administratorberechtigungen verfügen.

Schritt‑für‑Schritt‑VM‑Erstellung mit PowerShell
1. Abrufen des Namens des virtuellen Switches – Führen Sie das folgende Cmdlet aus, um alle virtuellen Switches auf Ihrem Hyper‑V‑Host aufzulisten. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie den korrekten Switch‑Namen für Ihre VM verwenden:
Get‑VMSwitch * | Format‑Table Name
2. Neue VM mit neuer virtueller Festplatte – Verwenden Sie das Cmdlet
New‑VM, um eine vollständig konfigurierte VM mit einer neuen VHDX‑Datei zu erstellen. Dieses Beispiel erstellt eine Generation‑2‑VM mit dem Namen *ProdVM*, 4 GB Startarbeitsspeicher, einer 20 GB großen virtuellen Festplatte und einer Verbindung zu einem externen virtuellen Switch:
New‑VM ‑Name ProdVM ‑MemoryStartupBytes 4GB ‑NewVHDPath C:\VMs\ProdVM.vhdx ‑NewVHDSizeBytes 20GB ‑Path C:\VMData ‑Generation 2 ‑Switch ExternalSwitch
3. Erstellen einer VM mit vorhandener virtueller Festplatte – Wenn Sie über eine vorkonfigurierte VHD/VHDX‑Datei verfügen, ersetzen Sie die Parameter ‑NewVHDPath und ‑NewVHDSizeBytes durch ‑VHDPath, um die vorhandene Festplatte zu verwenden:
New‑VM ‑Name TestVM ‑MemoryStartupBytes 2GB ‑VHDPath C:\VMs\ExistingVM.vhdx ‑Path C:\VMData ‑Generation 2 ‑Switch InternalSwitch
4. Starten der VM über PowerShell: Nach der Erstellung schalten Sie die VM mit dem Cmdlet Start‑VM ein:
5. Herstellen einer Verbindung zur VM über PowerShell: Starten Sie das VMConnect‑Tool, um auf die VM zuzugreifen, mithilfe dieses Cmdlets (ersetzen Sie localhost durch den Namen Ihres Host‑Servers, falls Sie einen Remote‑Hyper‑V‑Host verwenden):
VMConnect.exe localhost „ProdVM“
Anpassen Ihrer VM mit weiteren PowerShell‑Cmdlets
Sie können die Ressourcen Ihrer VM (CPU, dynamischer Arbeitsspeicher) mithilfe des Cmdlets Set‑VM feinabstimmen. Im folgenden Beispiel werden für *ProdVM* 2 virtuelle Prozessoren zugewiesen und die Bereiche für den dynamischen Arbeitsspeicher festgelegt (Minimum 256 MB, Maximum 8 GB):
Set‑VM ‑Name ProdVM ‑ProcessorCount 2 ‑DynamicMemory ‑MemoryMinimumBytes 256MB ‑MemoryMaximumBytes 8GB
Um alle Hyper‑V‑bezogenen Cmdlets für weitere Anpassungen anzuzeigen, führen Sie Folgendes aus:
Get‑Command ‑Module hyper‑v | Out‑GridView
Wichtige Best Practices für die Erstellung von VMs in Hyper‑V
Nachdem Sie gelernt haben, wie Sie VMs sowohl über den Hyper‑V‑Manager als auch über PowerShell erstellen, stellen diese Best Practices Stabilität, Leistung und Skalierbarkeit Ihrer virtuellen Umgebung sicher:
1. Standardmäßig Generation‑2‑VMs verwenden: Diese unterstützen UEFI, Secure Boot sowie moderne Virtualisierungsfunktionen. Verwenden Sie Generation 1 nur für ältere Workloads.
2. Dynamischen Arbeitsspeicher aktivieren: Dadurch wird die Ressourcennutzung des Hosts optimiert, indem RAM nur bei Bedarf an die VMs zugewiesen wird – ideal für mehrere VMs auf einem einzigen Host.
3. VHDX statt VHD verwenden: VHDX‑Dateien unterstützen größere Speichergrößen (bis zu 64 TB), eine bessere Fehlerbehandlung sowie eine dynamische Erweiterung.
4. VMs und virtuelle Switches eindeutig benennen: Verwenden Sie beschreibende Namen (z. B. *Win11‑Test‑VM*, *Office‑LAN‑ExternalSwitch*) für eine einfache Verwaltung in großen Umgebungen.
5. Ausreichend Speicher zuweisen: Stellen Sie sicher, dass auf dem Host genügend freier Speicherplatz für VM‑Konfigurationsdateien, virtuelle Festplatten und Prüfpunkte (falls aktiviert) vorhanden ist.
Zusammenfassung
Das Erlernen der Erstellung von virtuellen Maschinen unter Hyper‑V ermöglicht die vollständige Nutzung der Microsoft‑Virtualisierungstechnologie – sowohl für einzelne Test‑VMs als auch für komplexe Produktivumgebungen mit mehreren virtuellen Maschinen. Die grafische Methode über den Hyper‑V‑Manager ist ideal für Einsteiger und einmalige VM‑Erstellungen, da sie über einen benutzerfreundlichen Assistenten verfügt. PowerShell hingegen ist die optimale Lösung für IT‑Administratoren, die Automatisierung sowie eine skalierbare Massenbereitstellung von VMs benötigen. Durch die Einhaltung der offiziellen Microsoft‑Schritte in diesem Leitfaden lassen sich häufige Fehler vermeiden, sodass Sie VMs erstellen können, die optimal auf Ihre Test‑, Entwicklungs‑ und Produktivarbeitslasten abgestimmt sind.
Neben der Erstellung und Konfiguration von Hyper‑V‑VMs ist der zuverlässige Schutz Ihrer virtuellen Infrastruktur unerlässlich, um Datenverluste durch Systemausfälle, menschliche Fehler oder Cyberbedrohungen zu verhindern. Die integrierten Hyper‑V‑Funktionen bieten keine umfassenden Sicherungs‑ und Wiederherstellungsfunktionen. Daher empfehlen wir die Lösung
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