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Viele Unternehmen setzen Backup und Archivierung gleich, doch sie verfolgen grundlegend unterschiedliche Ziele. Ein Backup dient der schnellen Wiederherstellung aktiver Daten nach einem Ausfall, während die Archivierung der langfristigen Aufbewahrung inaktiver Daten zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und zur Kostensteuerung dient. Die Integration beider Komponenten in eine einheitliche Strategie sorgt für umfassenden Schutz des Unternehmens, ohne übermäßige Ausgaben für teure Speicherhardware.
Nicht alle Daten müssen auf den schnellsten und teuersten Servern abgelegt werden. Lösungen für Datensicherung und Archivierung nutzen einen gestuften Ansatz zur Verwaltung des Datenlebenszyklus:
Heiße Daten (Hot Data): Aktive Dateien, die täglich von Mitarbeitern verwendet werden, verbleiben auf Hochleistungsspeichern.
Kalte Daten (Cold Data): Ältere Dateien wie abgeschlossene Projektdokumente oder Finanzdaten vergangener Jahre werden automatisch auf kostengünstigere Speicherebenen wie Großkapazitätsfestplatten oder Cloud-Speicher verschoben.
Manuelle Datenverwaltung ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Moderne Lösungen übernehmen anhand automatisierter Richtlinien den Hauptaufwand. Sie können Regeln festlegen, die sich nach Dateityp, Dateigröße oder dem letzten Zugriffsdatum richten. Beispielsweise lassen sich alle Dateien, die sechs Monate lang nicht geöffnet wurden, automatisch in das Archiv verschieben.
Diese Automatisierung bietet zahlreiche Vorteile:
Niedrigere Gesamtbetriebskosten (TCO): Durch die Auslagerung kalter Daten auf kostengünstige Speicher werden Kapazitäten auf den Primärsystemen freigegeben, sodass der Kauf neuer teurer Hardware verzögert wird.
Bessere Leistung: Weniger Datenbestände auf den Primärservern sorgen für schneller laufende System-Backups und tägliche Betriebsprozesse.
Um den vorhandenen Backup-Speicher optimal auszunutzen, setzen professionelle Lösungen für Datensicherung und Archivierung Technologien zur Datenreduktion ein.
Deduplizierung: Das System erkennt doppelte Datenkopien und entfernt diese. Wenn zehn Mitarbeiter dieselbe große PDF-Datei speichern, wird nur eine einzige Kopie abgelegt.
Kompression: Dateien werden vor der Archivierung auf die kleinstmögliche Größe komprimiert. Zusammen können diese Technologien den benötigten Speicherplatz häufig um 50 % bis 70 % verringern.
In Branchen wie Finanzwesen, Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung besteht oft eine gesetzliche Pflicht zur Aufbewahrung von Datensätzen über fünf bis zehn Jahre. Die Archivierung ist die zuverlässigste Möglichkeit, diese Vorschriften einzuhalten.
Im Gegensatz zu Backups, die regelmäßig überschrieben oder aktualisiert werden, stellt ein Archiv einen „eingefrorenen“ Datensatz dar. Es bewahrt Daten im Originalformat auf und ermöglicht eine einfache Suche und Wiederherstellung im Rahmen von Prüfungen. Viele Archivsysteme verfügen zudem über WORM-Funktionen (Write Once Read Many), die verhindern, dass Daten vorzeitig verändert oder gelöscht werden. Dadurch bleiben die Datensätze über Jahre rechtskräftig.
Eine umfassende Datenstrategie erfordert mehr als nur einfache Backups. Mit durchgängigen Lösungen für Datensicherung und Archivierung schützen Unternehmen ihre aktuellen Arbeitsdaten und lagern ältere Informationen gleichzeitig in sicheren, kostengünstigen Umgebungen aus. Dieser Ansatz spart nicht nur Kosten, sondern stellt zudem sicher, dass das Unternehmen die Vorschriften zur Datenaufbewahrung einhält und für künftige Wiederherstellungsanforderungen gerüstet ist.